Usbeken-Khanat

Khanat der Usbeken war der Name einer zentralasiatischen Stammesföderation des 15. Jahrhunderts. Es war auch als „Khanat von Buchara“ bekannt.

Die heutigen Usbeken waren ursprünglich ein turk-mongolisches Volk, das aus Westsibirien stammte und wiesen eine gemeinsame Abstammung und Geschichte mit den späteren Kasachen auf, bevor diese ihr eigenes Khanat begründeten.

Die Vorfahren der Usbeken überschritten unter Mohammed Scheibani den Syrdarja und ließen sich südlich davon nieder. Dort assimilierten sie sich – ganz im Gegensatz zu den späteren Kasachen – stärker mit ansässigen türkischen und iranischen Volksgruppen.

Der Name „Usbeken“ leitet sich von Usbek Khan ab, einem Khan der Goldenen Horde, der den Islam in seinen Ländern durchsetzte. Die ersten Fürsten der Usbeken galten als Dschingiskhaniden und konnten somit ihre Ahnenreihe bis auf den Mongolen Shibani Khan zurückverfolgen. Aus diesem Grunde nannte man die erste usbekische Herrscherdynastie auch „Scheibaniden“.

Nachdem sich die nördlichen Steppennomaden unter der Führung Qasym Khan, der aus der Familie Ordas entstammte, selbstständig wurden, begann mit Abu’l-Chair (reg. 1428–1468) ein Nachfahre Shibanis den Kampf um die Vorherrschaft in den Steppen. Mit Hilfe des Nogaiers Waqqas Bej tötete dieser 1428 Boraq Khan (reg. 1422–28), den Sohn Qasyms.

Boraq Khan hatte erst kurz zuvor mit Hilfe der Timuriden die Übernahme der Weißen Horde angestrebt und war dadurch zu einem starken Konkurrenten Abu’l-Chairs aufgestiegen. Nun begann Abu’l-Chair, die Nomaden im Gebiet zwischen Tobol, Ural und Syrdarja zu vereinigen. Abu’l-Chair war ein überzeugter Muslim und versuchte einen straff organisierten Staat aufzubauen. Damit geriet er in den Gegensatz zur nomadisch geprägten Steppenkultur der Kasachen.

1447 ging Abu’l-Chair gegen den Timuriden Ulug Beg vor, erreichte die Herrschaft über das Syrdarja-Gebiet und eroberte Samarkand. Auch in die folgenden Thronstreitigkeiten bei den Timuriden griff er mehr als einmal ein, begünstigte z. B. 1451 Abu Said.

1456 spalteten sich Boraqs Söhne Kerei und Janibek vom Usbeken-Khanat ab, nachdem Abu’l-Chair eine schwere Niederlage gegen die westmongolischen Dschungaren erlitten hatte. Die abtrünnigen Prinzen unterstellten sich zunächst dem Schutz der letzten bedeutenden Tschagatai-Khane Esen Bugha und Yunus. Sie versammelten sukzessive all jene, die ungebunden bleiben wollten und erneuerten das Kasachenreich.

1468 wurde Abu’l-Chair von den zurückkehrenden Kasachen nach einer Niederlage nördlich des Syrdarja getötet. Danach schien sein Khanat schon Ende: Abu’l-Chairs Stämme spalteten sich unter die überlebenden Söhne und andere Verwandte auf und es entstanden sogenannte Apanagen (Teilherrschaften) oder aber gingen zu den Kasachen über. Den Apanagen der Söhne hatten keinen langen Bestand. Deren Herrscher Budaq und Baruj wurden noch von Yunus, dem Tschagatai-Khan beseitigt.

Abu’I-Chairs Enkel Mohammed Scheibani, der Sohn von Budaq, begann, das untergegangene Khanat neu zu errichten. Scheibani begann als Flüchtling und Söldnerführer und konnte im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts die Usbeken erneut vereinigen. So eroberte er um 1500/01 von den Timuriden die Städte Buchara und Samarkandnd besetzte Transoxanien. 1503 schlug Scheibani seine früheren Feudalherren, die Söhne von Yunus Khan, im Ferghanatal und nahm sie gefangen. 1507 besetzte er nach dem Tod des Timuriden Husain Baiqara Herat. Scheibnis endloser Siegeszug fand 1510 sein blutiges Ende: Er wurde vom Perserschah Ismael I. bei Merw gestellt und in der Schlacht getötet.

Die Gebiete der Usbeken standen zum Zeitpunkt von Muhammad Scheibanis Tod 1510 unter verschiedenen Statthaltern, so dass Babur in seiner Autobiografie wiederholt von den „Sultanen der Usbeken“ redet: In Samarkand saß Muhammad Temür, Scheibanis Sohn; in Buchara Ubaidullah b. Mahmud, sein Neffe; in Taschkent Suyunitsch, ein Onkel und das Heer unterstand Jani Beg, einem Vetter. Die Khane einigten sich auf den Ältesten, Kütschküntschi (reg. 1510–1530), einen Onkel Muhammad Scheibanis als neuen Oberherrscher. Als tatkräftigste Fürsten erwiesen sich Ubaidullah und Jani Beg.

Trotzdem schienen die Usbeken wieder am Ende: Der Timuride Babur rückte 1511/12 mit persischer Hilfe nach Buchara und Samarkand vor. Aber er fand diesmal wegen des Fehlverhaltens der Perser keinen Rückhalt in der Bevölkerung, und außerdem verfügten die Usbeken nach wie vor über ein halbwegs intaktes Heer: Baburs Niederlage bei Gadschdiwan sicherte dann 1512 den Usbeken endgültig den Besitz des Landes zwischen Amudarja und Syrdarja. Er zog nach Afghanistan ab und gründete 1526 das Mogulreich.

Diese persische Episode hatte ein Nachspiel: Da die Bevölkerung des Landes Choresm (mit den Städten Urgentsch und Chiwa) die Perser selbständig aus dem Land warf, regierte dort in Folge eine unabhängige Dynastie unter Ilbars (reg. 1512–25). Ilbars war zwar ein Scheibanide, aber aus einem anderen Zweig der Familie und seine Nachkommenschaft stand nicht mehr unbedingt im Bündnis mit dem Oberherrscher.

Den Krieg mit dem Iran führte Ubaidullah b. Mahmud (*1476, Statthalter von Buchara, 1533–1539 Oberherrscher), der Neffe Muhammad Scheibanis fort. Er war nicht nur ein Militär, sondern auch ein Amateurgelehrter und Dichter. Es gelang Ubaidullah jedoch nicht, Schah Tahmasp (reg. 1524–76) zu besiegen: seine fünf Offensiven in Chorassan waren letztlich erfolglos, z. B. erlitt er im September 1528 die Niederlage von Turbet-i-Scheich Dscham, da die Iraner eine Artillerie aufgebaut hatten. Außerdem waren seine Befehlshaber im Gegensatz zu ihm an einer dauerhaften Besetzung Chorassans nicht interessiert: Ihnen reichte die Plünderung des Landes aus. Umgekehrt sah der Schah in den osmanischen Türken seinen Hauptfeind, und deswegen blieben diese Kriege trotz ihrer Verheerungen ergebnislos.

Als Kütschküntschis Sohn Abu Said (reg. 1530–33) starb, wurde Ubaidullah der neue Oberherrscher der Usbeken. Vom Scheibanidenfürsten Choresms besiegt, starb er aber 1539 und mit seinem Tod brachen 17 Jahre lang andauernde Machtkämpfe unter den diversen Usbekenfürsten aus. Erst mit den Regierungsantritten von Pir Muhammad (reg. 1556-1561), seinem Bruder und seinem Neffen Abdullah b. Iskandar (*1533 / reg. 1556/83–1598) in Buchara und Samarkand ordneten sich die Fürsten wieder unter. Abdullah schaltete dann die rivalisierenden Familien sukzessive aus und eignete sich ihre Besitzungen an.

Die lange Regierungszeit von Abdullah (II.) galt als „gute alte Zeit“ der Usbeken. Er förderte wie zuvor die Timuriden die höfische Miniaturmalerei und die Baukunst, so dass ihm die meisten Großbauten des Landes zugerechnet wurden und auch viele andere Annehmlichkeiten (Lehranstalten, Gärten usw.).

Um 1600 wurden die Usbeken dann langsam sesshaft und siedelten sich sogar in den Städten an. Aber Abdullah war nicht nur ein großer Bauherr, sondern auch ein orthodoxer Muslim, der eine Zeit geistiger Stagnation einleitete, während sich die Derwischorden weiter ausbreiteten. Am Ende seiner Regierungszeit schwächten die Pest 1590/1 und verlorene Kriege 1595/98 das Land. Bei Letzterem verbündeten sich die Iraner mit dem bedrohten Fürsten von Choresm und entrissen Abdullah II. Chorassan endgültig, und auch die Kasachen nutzten ihre Chance und drangen bis Buchara vor.

Mit dem Tod von Abdullahs Sohn und Vetter wechselte die Dynastie 1598/99 zu den aus Astrachan stammenden Dschaniden (1599–1785). Und zwar war der Astrachaner Prinz Yar Muhammed (ein Nachkomme Ordas) nach der Eroberung der Stadt durch den Zaren 1554 geflohen und hatte seinen Sohn mit der Tochter Iskanders (reg. 1561-1583) verheiratet. Die Söhne dieser Beziehung erbten mit dem Aussterben der Scheibaniden 1599 den Thron. 1602/03 zwang der neue Khan Baqi Muhammad (reg. 1599–1605) die iranischen Safawiden zum Rückzug aus Balch, und damit endeten die persisch-usbekischen Auseinandersetzungen um Chorassan erst einmal.

Das Usbekenreich versuchte von dem bis 1600 noch ansteigenden Karawanenhandel über Herat (Chorassan) zu profitieren, was auch in gewissen Grenzen gelang. Man verzeichnete im 16. Jahrhundert eine Blütezeit der Wirtschaft, Baukunst, Dichtung und in eingeschränkten Maße auch der Malerei mcm taschen sale. Selbst im 17. Jahrhundert zeugten die Bauwerke Bucharas und Samarkands von immer noch vorhandenen ökonomischen Ressourcen. Genaue Aussagen über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sind aber schwierig – es gibt auch die Auffassung, dass der Wohlstand des Landes vom 15. zum 16. Jahrhundert sank. Auf Dauer waren die Usbeken durch die persische Eroberung Chorassans zudem von dem sich entwickelnden Welthandel über die Meere abgeschnitten, das heißt, ökonomisch im Nachteil. Die inneren Konflikte, welche die Usbeken 1539–56 untereinander ausfochten, und die Kriege mit dem Iran, welche Chorassan schwer schädigten, werden die Wirtschaft ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen haben.

Im 17. Jahrhundert waren die mittelasiatischen Khanate aber nicht nur ökonomisch benachteiligt, sondern auch kulturell von den übrigen Teilen der islamischen Welt isoliert. Das lag zum einen am Gegensatz der (sunnitischen) Usbeken zum benachbarten (schiitischen) Safawidenreich, zum anderen an einer gewissen kulturellen Ignoranz der einflussreichen Derwischorden. Lediglich Balch, in dem gewöhnlich die Thronfolger residierten, stellte einen Knotenpunkt dar, über den kultureller Austausch mit Indien stattfinden konnte.

Die eingeschränkten ökonomischen Möglichkeiten und die traditionelle Missachtung der Artillerie führten auch dazu, dass die Usbeken den Persern und Moguln gegenüber auf dem Schlachtfeld im Nachteil waren. Dass sie sich im 17. Jh. trotzdem behaupten konnten, lag an der traditionellen Beweglichkeit der Nomaden, die ihren Gegnern einen Abnutzungskrieg aufzwingen konnten. Das zeigte sich z. B. 1647 beim Angriff der Moguln auf Balch, als diese in die Thronfolgestreitigkeiten eingreifen wollten. Im 18. Jahrhundert stellten die Khanate dann keine Militärmacht mehr dar.

Um 1600 wurden die Usbeken langsam sesshaft. Sie siedelten sich in den Oasen und sogar in den Städten an, die bereits von älteren türkischen und von iranischen Bevölkerungsgruppen bewohnt waren.

Imam Quli Khan (reg. 1610–1640/2) war ein fanatischer Anhänger der Orthodoxie und förderte vor allem den Bau von Moscheen und Medresen. Als er sein Augenlicht verlor, ernannte er seinen Bruder Nadir Muhammed (1640/2–1645, abgesetzt) zum Nachfolger und ging auf eine Wallfahrt nach Mekka, wobei er nur knapp einer prompten Verfolgung durch seinen Bruder entging. Der weltlich gesinnte Nadir Muhammed, vorher Statthalter von Balch, musste den Thron alsbald zugunsten seines Sohnes Abd al-Aziz (reg. 1645–1678) räumen, und zwar auf den Druck der Geistlichkeit hin. Er floh zum persischen Schah, welcher auch einen Vergleich zwischen ihm und seinem Sohn begünstigte, der einige Jahre hielt.

Unter Abd al-Aziz und seinem Bruder Subhan Quli Khan (*ca. 1624, reg. 1678/80–1702, ein Gelehrter) kam es dann zu einer letzten, bescheideneren Glanzzeit des Landes, wobei neben neuen Medresen auch das Chan-name, das usbekische Nationalepos (und Konkurrenzprodukt zum Schah-name) entstand. Subhan Quli Khan empfing auch Gesandtschaften aus Delhi und Istanbul, ein Zeichen noch vorhandener Bedeutung. Trotzdem wurden die Gegensätze zwischen der Feudalklasse, den Derwischorden und kriegslustigen Stammesgruppen in Grenznähe zu einem inneren Problem, während an den Syrdarja-Grenzen zu den Kasachen große Unruhe herrschte.

Um 1700 entglitt den Khanen, speziell Abu’l Faiz (Sohn von Subhan Quli, reg. 1707–1747) wegen inneren und äußeren Konflikten die Macht über das Ferghanatal. Ein (angeblicher?) Scheibanide namens Schah-Rukh ergriff seine Gelegenheit und begründete 1710 in Kokand ein unabhängiges Khanat, das sich bis 1876 halten konnte.

Um 1723 tauchten große Gruppen von Kasachen als Flüchtlinge in Buchara und Samarkand auf: Ihr Volk wurde damals von den Dschungaren an den Rand der Existenz gebracht. Im Juli/September 1740 kamen schließlich die Perser unter Nadir Schah (reg. 1736–1747). Der Khan Abu’l Faiz wollte sich auf Rat des Mangitenclans unterwerfen, aber der Adel zwang ihn zum Krieg. Nadir Schah siegte mit Hilfe seiner überlegenen Artillerie und zog als Sieger in Buchara ein. Er verzichtete aber auf die Ausplünderung der Stadt, sie war ihm (er hatte zuvor 1740 Delhi geplündert) einfach nicht mehr reich genug. Abu’l Faiz musste sich nur als Vasall bekennen, ein Heiratsbündnis schließen und auf Balch verzichten.

Etwa 1747 wurde Abu’l Faiz ermordet und der Mangitenclan-Führer Muhammad Rahim, sein Regent und Mörder bestieg bald selbst den Thron (reg. 1753–58). Unter dem letzten Dschaniden, Abu’l Ghazi (reg. 1758–85, abgesetzt) regierte bereits der Mangitenclan das Land, der einst mit den Usbeken ins Land gekommen war. Einer von Muhammad Rahims Verwandten war Ma’sum Schah Murad († 1799). Ma’sum Schah Murad wurde der Schwiegersohn Abu’l Ghazis und bestieg 1785 schließlich selbst den Thron, nachdem er die Dschaniden endgültig abgesetzt hatte. Er stand den Derwischen nahe und wagte 1788 zum letzten Mal einen Angriff auf den Iran, wobei er Merw eroberte, die Murghab-Dämme zerstörte und die iranische Bevölkerung deportierte. Seine Dynastie hielt sich bis 1920 (Vgl. Emirat Buchara).

Ilbars Khan (reg. 1512–25) hatte 1512 in Choresm (mit den Städten Urgentsch und Chiwa) die Perser in dieser Region entmachtet. In der Folgezeit rief er in Chiwa das unabhängige Khanat aus und begründete damit eine neue Dynastie (die der Arabschahiden). Dieses Khanat entwickelte sich zum Konkurrenten des Usbeken-Khanates und rang mit diesem um weite Teile Zentralasiens. welche nicht unbedingt im Bündnis mit dem Usbekenkhanat stand. Ibars selbst war zwar ein Scheibanide, stammte aber aus einem anderen Zweig der Familie, der sich im späten 14. Jahrhundert von den Vorfahren der Khane Bucharas trennte.

Hajji Muhammad (reg. 1558–1602) musste sich beispielsweise 1594/96 mit Abdullah II. auseinandersetzen. Sein Nachfolger Arab Muhammad (reg. 1603–1621) wies einen ersten russischen Vorstoß auf Urgentsch zurück. Er erlitt jedoch um 1613 eine Niederlage gegen die Kalmücken und musste um 1620 die Hauptstadt von Urgentsch nach Chiwa verlagern. Die Regierung war ähnlich orthodox wie die in Buchara. Aber immerhin betätigte sich der Khan Abu’l Ghazi Bahadur (reg. 1643-1663) als Dichter und Geschichtsschreiber, ihm verdankt man wichtige Hinweise über die Herkunft der Scheibaniden. Abu’l Ghazi schlug auch 1648 und 1652/3 zwei Angriffe der Kalmücken erfolgreich zurück und zog 1661 gegen Abd al-Aziz (reg. 1645–1678) bis Buchara.

Im 18. Jahrhundert schwand auch hier die Macht der Khane, 1740 eroberte Nadir Schah die Festung von Khanka, zog in Chiwa ein und ließ den Khan Ilbars II. hinrichten. Im Jahr 1804 wechselte dann die Dynastie und 1873 wurde Chiwa zum russischen Protektorat gemacht.

Das Khanat Kokand wurde 1710 von einem (angeblichen?) Scheibaniden namens Shah-Rukh gegründet und hielt sich bis 1876. Nach der Vernichtung des mächtigen Dschungarenreiches durch die Qing-Dynastie war auch der Kokander Khan Erdeni gezwungen, eine formelle chinesische Oberhoheit anzuerkennen (1758). Diese Oberhoheit bestand auch für den Rest des Jahrhunderts.

Im 19. Jahrhundert konnten die Khane Alim, Muhammad Umar (reg. 1809–22) und Muhammad Ali (reg. 1822–40) auch Taschkent und andere Städte besetzen und einige Stämme der Kasachen bis hin zum Balchaschsee zur Anerkennung der Kokander Oberhoheit zwingen. Aber der Erfolg war nur scheinbar: Andauernde innere Konflikte brachen um 1840 auf und der Emir von Buchara rüstete mit Hilfe ausländischer Berater eine halbwegs moderne Armee auf, mit der sich in die inneren Verhältnisse des Khanats einmischte (u.a. 1840/2, 1863), kurz bevor Buchara selbst dem russischen Angriff 1865/68 zum Opfer fiel. 1868 wurde das Khanat Kokand dann ein Vasall des Zarenreiches und 1876 schließlich von den Russen annektiert.

Im Interesse einer knappen Darstellung werden die Nebenlinien und das Emirat Buchara nicht aufgelistet.

Die Scheibaniden:

Die Dschaniden:

Albinen

Albinen

Albinen (Walliserdeutsch Albinu [ˈalbɪnʊ]; französisch Arbignon/Albignon) ist ein Dorf und eine politische Gemeinde des Bezirks Leuk im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz.

Der Ort ist erstmals 1224 als albignun urkundlich erwähnt; der Ortsname könnte auf einen lateinischen Personennamen *Albinione zurückgehen.

Albinen liegt an einem Südhang am Eingang zum Dalatal, Nebenstrassen verbinden Albinen mit Leukerbad und dem Ort Leuk.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Albinen zählen zahlreiche erhalten gebliebene Walliser Bergbauernhäuser und -scheunen. Die Dorfkirche dagegen ist in einem sehr modernen Stil errichtet, nachdem die alte Kirche durch ein Erdbeben zerstört wurde. Im Ort befindet sich ein privates Mühlenmuseum, das einmal die Woche geöffnet hat.

Beschreibung: In Silber ein schwarzes Hochkreuz auf grünem Dreiberg.

Das Dorf lebt heute überwiegend vom Tourismus; aufgrund der Nähe zu den Torrentbahnen wird es im Winter vor allem von Wintersporttouristen besucht. Ausgehend von Albinen lassen sich ausserdem anspruchsvolle Wanderungen unternehmen; einige sind nur für Schwindelfreie geeignet, die beispielsweise die Strecke nach Leukerbad über die Albinenleitern bewandern.

katholische Pfarrkirche

Agarn | Albinen | Ergisch | Gampel-Bratsch | Guttet-Feschel | Inden | Leuk | Leukerbad | Oberems | Salgesch | Turtmann-Unterems | Varen

Ehemalige Gemeinden:  Bratsch&nbsp

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;| Erschmatt | Feschel | Gampel | Guttet | Turtmann | Unterems

Kanton Wallis | Bezirke des Kantons Wallis | Gemeinden des Kantons Wallis

Solec Kujawski

Solec Kujawski [ˈsɔlɛts kuˈjafsci] (deutsch Schulitz) ist eine Stadt an der Weichsel im Powiat Bydgoski der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Sie hat etwa 15.000 Einwohner.

Die Stadt liegt 20 Kilometer südöstlich der Stadt Bromberg (Bydgoszcz) und 35 Kilometer nordwestlich der Stadt Thorn (Toruń).

Schulitz wird 1244 erstmals urkundlich als Solecz erwähnt. 1402 erfolgt erstmals eine urkundliche Erwähnung unter dem Namen Schulitz. In einer Urkunde von 1325 wird der Ort bereits als Stadt bezeichnet mcm taschen sale, die Verleihung der Stadtrechte muss daher früher erfolgt sein. 1332 wurde die Stadt durch Deutschordensritter erobert und dabei stark zerstört. Kasimir III. ließ in der Folge nach dem Frieden von Kalisch die Befestigungsanlagen deutlich verstärken. Die Stadt war ein unbedeutender Handelsort. 1772 im Rahmen der ersten Teilung Polen-Litauens, mit der die Wiedervereinigung von Westpreußen und Ostpreußen einherging, kam der Ort zu Preußen.

Die Stadt war durch Brände stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Um 1785 bestand sie ohne die vielen Brandruinen aus 38 Häusern, in denen 176 Menschen lebten; rund 25 Prozent der Bewohner waren evangelische Deutsche, die erst nach 1773 zugewandert waren. 1788 hatte der Ort 316 Einwohner, 36 Häuser und eine katholische Kirche. 1837 wurden 53 Häuser und 509 Einwohner gezählt. Sie gehörte in Preußen 1772 bis 1807 zur Provinz Westpreußen, 1807 bis 1815 zum Herzogtum Warschau und danach zum Regierungsbezirk Bromberg in der Provinz Posen. 1910 bis 1912 erfolgte der Bau der Backstein-Kirche St. Stanislaus.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt mit dem Friedensvertrag von Versailles 1920 wieder Teil von Polen. Ein Teil der deutschen Minderheit musste ins verbliebene Reich umsiedeln. Am 2. Dezember 1924 erfolgte die Umbenennung von Solec in den heutigen Namen Solec Kujawski.

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch Solec Kujawski durch deutsche Truppen besetzt. Am 23. Januar 1945 erfolgte der Einmarsch der Roten Armee. Die Stadt wurde anschließend der Verwaltung der Volksrepublik Polen übergeben. Sie führt den Heiligen Stanislaus in ihrem Wappen.

Hauptartikel: Rundfunksender Solec Kujawski

Seit dem 4. September 1999 betreibt der polnische Rundfunk in der Nähe von Solec Kujawski seinen zentralen Langwellensender für die Frequenz 225 kHz. Diese Anlage ist der Ersatz für die frühere Anlage in Konstantynów, deren Mast bis zum Einsturz das höchste Bauwerk der Welt war. Als Sendeantenne kommt eine Richtstrahlantenne bestehend aus einem 330 Meter und einem 289 Meter hohen, geerdeten Sendemast, die sich in einem gegenseitigen Abstand von 330 Metern befinden, zum Einsatz.

Die Stadt ist Sitz der Solbet-Gruppe, des Marktführers für Porenbeton in Polen.

Zur Stadt- und Landgemeinde Solec Kujawski gehören folgende Ortschaften:

Gratiskultur

Gratiskultur (auch Umsonst- oder Kostenloskultur) ist ein wiederkehrendes und umstrittenes Schlagwort in den Medien, das in den Jahren entstand, als sich das Internet zum Massenmedium entwickelte. Es bezieht sich auf das über das Internet verfügbare umfassende Angebot kostenfreier Produkte oder Inhalte etwa in den Bereichen Journalismus, Literatur, Musik, Film und Bild sowie Software und Spiele ebenso wie auf eine generell ablehnende Haltung gegenüber Paid Content (Chris Anderson: „Wer im Netz präsent sein möchte, muss seine Inhalte kostenlos anbieten.“) Den entsprechenden Rezipienten wird auch eine Gratismentalität unterstellt.

In den 1990er Jahren gehörten Zeitungen zu den ersten Medien, die das Internet als zusätzlichen Kommunikationskanal zu den Kunden nutzten. Da Internetzugänge zu dieser Zeit nicht sehr weit verbreitet waren, war auch das kostenlose Veröffentlichen von Zeitungsartikeln keine Gefahr für die gedruckten Ausgaben. Es wurde in der Regel als Zusatzdienst angesehen. Erst Anfang bis Mitte der 2000er Jahre, als die Massen das Internet entdeckten, begannen die Online-Ausgaben mit den Print-Ausgaben zu konkurrieren. Beinahe alle Zeitungen, einschließlich Qualitätsblätter, betrieben mittlerweile große Online-Portale, in denen neben den Artikeln der gedruckten Ausgabe auch noch zusätzliche, aktuelle Berichte zu finden waren. Nur wenige Versuche, Online-Artikel kostenpflichtig anzubieten, funktionierten. Eine der letzteren größeren Zeitungen, die ein Bezahlmodell (Paywall) einführte, war die New York Times.

Regelmäßig taucht in den Medien der Satz „Das Ende der Gratiskultur“ auf – etwa in Zusammenhang mit kostenpflichtigen Apps für Tablet-Computer.

In der Medienbranche gab es zuletzt vermehrt Initiativen für ein erweitertes Urheberrecht im Internet. So kündigten 2012 die Verbände der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage den Beitritt zur Deutschen Content-Allianz an, der schon der private und der öffentlich-rechtliche Rundfunk sowie Verbände aus Musik, Buch und Film angehören. Die Initiative Urheberrecht, der Berufsverbände aus den Bereichen Journalismus, Literatur, Musik, Film und Bild angehören, fordert „eine Anerkennung der Rechte von Kreativen“. Forderungen nach vergütungsfreiem Kopieren und Veröffentlichen im Internet seien mit den Rechten von Autoren und Künstlern genauso unvereinbar wie die beliebige Bearbeitungen ihrer Werke durch Dritte. Durch ein geplantes Leistungsschutzrecht im Internet sollen zudem Suchmaschinen für Pressetexte zahlen.

Der Wirtschaftsjournalist und Blogger Thomas Knüwer bestreitet die Existenz einer „Gratiskultur im Internet“ und nennt sie einen Mythos der Medienunternehmen. Seit jeher würden Zeitungen durch Werbung subventioniert, wie zum Beispiel die New York Sun im Jahr 1834: „Damals senkten Zeitungen ihren Preis von mehreren Cent auf einen einzigen um mehr Exemplare zu verkaufen – und so für Werbekunden attraktiv zu werden“

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. Heute werden „weite Teile der gedruckten Auflage“ verschenkt, „andere Teile spielen schon ihre Druck- und Vertriebskosten nicht mehr voll ein – geschweige denn die Redaktionskosten“ und es gibt sogar Gratiszeitungen. Die Gratiskultur sei „eine leichte Ausrede, um sich nicht kümmern zu müssen“ was bedeute, dass die Medienhäuser die Verweilzeit auf ihren Seiten erhöhen müssten. Dieses funktioniere „über Qualität, Originalität und Interaktivität“. Ebenso nannte Kai Biermann den Begriff Kostenloskultur in seinem Blog Neusprech.org „eine Lüge“, da erstens die Inhalte durch Aufmerksamkeit bezahlt würden, „die wir dann beispielsweise in Preise umsetzen können“ und zweitens durch bezahlte Werbung finanziert wird. Die Aufregung sei „nur scheinheiliges Gejammer“, da das Prinzip im Privatfernsehen schon seit fast dreißig Jahren in Form des Free-TV umgesetzt werde. Stefan Niggemeier stellte in seinem Blog fest, dass für die Printbranche trotz Auflagenrückgangs weiterhin die Reichweite bedeutend sei, was etwa für die Bildzeitung bedeute, „dass jeder, der sich eine Ausgabe kauft, sie im Schnitt an drei andere Leute weitergibt“. Jeden Tag würden folglich neun Millionen Menschen das Blatt lesen, ohne dafür zu bezahlen und ihre Zahl sei „dreimal so hoch wie die derjenigen, die brav für das Blatt zahlen.“ So habe sich im Printbereich „eine gewaltige Kostenloskultur entwickelt“, die von den Verlagen erwünscht sei: „In Wahrheit haben die Mathias Döpfners dieses Landes trotz des ganzen Geheules, dass Leistung honoriert werden müsse, kein Problem mit Menschen, die ihre Medien nutzen, ohne dafür zu bezahlen. Sie verdienen auch an diesen Menschen, weil sie deren Aufmerksamkeit an die Werbekunden weiterverkaufen können.“

Sascha Lobo fasste folgende Kritikpunkte zur angeblichen Gratismentalität der Internetbenutzer wie folgt zusammen: „Gratismentalität“ sei keine Mentalität, da unter anderem eine Reihe unterschiedlicher Studien darauf hinweise, dass Filesharer vermutlich mehr Geld für Kulturprodukte ausgeben als Nicht-Filesharer. Zudem erreiche der Verkauf digitaler Güter jedes Jahr neue Rekorde. Kostenloser Kulturkonsum sei zudem ein sehr altes Phänomen, da sich schon mit der Erfindung von Büchereien Bücher kostenlos lesen ließen: „Es scheint, als wäre es ein wiederkehrendes Phänomen des Kulturmarkts: Jede erfolgreiche Produktgattung entwickelt wirtschaftlich betriebene, kostenlose, legale Varianten. Bei der Beschreibung der vorhandenen Probleme der Kulturindustrie stimmt beim Begriff Gratismentalität also weder Mentalität noch Gratis.“ Letztlich würde der Begriff Gratismentalität das Problem verschleiern, da das Problem „doch bitteschön bei den ungezogenen Kunden“ läge und nicht im eigenen Angebot. „Dabei ist der Kauf digitaler Güter auch zweihundert Jahre [sic!] nach Erfindung des Internets noch eine bizarre Zumutung. Musik lässt sich für den Käufer nicht ohne weiteres auf allen Geräten abspielen, populäre Filme und TV-Serien sind oft gar nicht legal zu kaufen und die E-Book-Industrie spielt zehn Jahre später jeden einzelnen Fehler der Musikindustrie nach.“ Als Beispiel nannte Lobo die Digitale Rechteverwaltung (DRM), die keinen einzigen illegalen Download verhindere sondern nur zum Verdruss des Kunden führe.

Otto Heckmann

Otto Hermann Leopold Heckmann (* 23. Juni 1901 in Opladen; † 13. Mai 1983 in Regensburg) war ein deutscher Astronom.

Heckmann wurde 1901 in Opladen als Sohn eines Notars geboren. Er studierte Mathematik, Physik und Astronomie in Bonn und wurde nach seiner Promotion 1925 Assistent an der Bonner Sternwarte. 1927 ging er nach Göttingen, wo er sich 1929 habilitierte. Obwohl einer der begabtesten unter den jüngeren deutschen Astronomen, stockte seine wissenschaftliche Karriere nach 1933, weil er bei den nationalsozialistischen Kollegen und auch dem Reichserziehungsministerium (REM) als Vertreter der relativitätstheoretischen („jüdischen“) Physik und politisch als „linker“ Zentrumsmann galt. Trotzdem gehörte er am 11. November 1933 zu den Unterzeichnern des Bekenntnisses der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat. Er wurde auch Mitglied der NSDAP, um seine negative politische Einschätzung durch den NS-Dozentenbund abzuschwächen. 1935 wurde er außerplanmäßiger Professor und 1939 Leiter der Göttinger Sternwarte. Das Berufungsverfahren an die Hamburger Sternwarte zog sich seit 1938 jahrelang hin; er konnte es nur erreichen, indem er sich in verklausulierten Worten von der Relativitätstheorie distanzierte. Heckmann war seit 1939 Wunschkandidat der Hamburger Sternwarte, nachdem Walter Baade abgesagt hatte

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. Der NS-Dozentenbund versuchte, an Stelle Heckmanns mehrere Astronomen durchzusetzen, die stramm auf NS-Linie waren. Erst im Januar 1942 wurde er zum Direktor der Hamburger Sternwarte ernannt, deren Leitung er bis 1962 innehatte.

Auch wenn er sich bei seiner Berufung an die Sternwarte äußerst opportunistisch gegenüber dem NS-System in Göttingen verhalten hatte, scheute er sich nicht, seine wissenschaftliche Haltung zur Relativitätstheorie offen zu verteidigen. Am 15. November 1940 gehörte Heckmann einer Gruppe moderner Physiker an (u.a. Carl Friedrich von Weizsäcker), die sich den Anhängern der Deutschen Physik zum Thema Relativitätstheorie und Quantenphysik stellte. Nach diesem Treffen waren die Anhänger der Deutschen Physik in Deutschland isoliert.

Gegen Ende der Kriegsjahre gelang es Heckmann, eine junge Frau mit jüdischen Angehörigen erfolgreich an der Sternwarte zu beschäftigen, ohne ihre Identität preiszugeben.

Nach dem Ende des nationalsozialistischen Staates rechtfertigte Heckmann sich für seine opportunistischen Zugeständnisse an die NSDAP beziehungsweise deren Wissenschaftsbetrieb

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In den Nachkriegsjahren erwarb er sich große internationale Anerkennung. 1953 war er beim Kongress in Leiden deutscher Vertreter, wo das Projekt der europäischen Südsternwarte initiiert und diskutiert wurde. Heckmann wurde treibende Kraft beim Aufbau der ESO, deren erster Generaldirektor er dann von 1962 bis 1969 war. Von 1952 bis 1956 war er Präsident der Astronomischen Gesellschaft, von 1955 bis 1961 stellvertretender und von 1967 bis 1970 Präsident der Internationalen Astronomischen Union. 1961 wurde er mit der James Craig Watson Medal, 1962 mit dem Jules-Janssen-Preis und 1964 mit der Bruce Medal ausgezeichnet. Im Jahre 1956 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Er starb bei einer Reise zu seinem Sohn in Regensburg im Familienkreis.

Heckmanns wissenschaftliche Interessen und Veröffentlichungen reichten von der Astrometrie bis zur Kosmologie.

Der Asteroid (1650) Heckmann ist nach ihm benannt.

Malwa (Schiff, 1909)

Registernummer: 127543

Die Malwa (II) war ein 1909 in Dienst gestellter Ozeandampfer der britischen Reederei Peninsular and Oriental Steam Navigation Company (P&O), der im Passagier- und Postverkehr von Großbritannien nach Indien und Australien eingesetzt wurde. Die Malwa wurde 1932 außer Dienst gestellt und in Japan verschrottet.

Das 10.883 BRT große Dampfschiff Malwa gehört zu P&Os Passagier- und Postschiffen der M-Klasse. Zwischen 1903 und 1911 wurden insgesamt zehn mehr oder weniger identische Schiffe dieser Klasse in Dienst gestellt. Die Schwesterschiffe der Malwa waren die Moldavia (1903), die Mongolia (1903), die Marmora (1903), die Macedonia (1904), die Mooltan (1905), die Morea (1908), die Mantua (1909), die Maloja (1911) und die Medina (1911). Von diesen zehn Schiffen wurden sechs im Ersten Weltkrieg durch deutsche Torpedos oder Seeminen versenkt, wodurch insgesamt 250 Menschen ums Leben kamen. Als letztes wurde die Mantua 1935 in Shanghai abgewrackt.

Die Malwa wurde bei Caird & Company im schottischen Greenock gebaut und lief dort am 10. Oktober 1908 vom Stapel. Das 171,30 Meter lange und 18,65 Meter breite Schiff hatte zwei Schornsteine, zwei Masten und zwei Propeller. Es wurde von einer Vierfachexpansions-Dampfmaschine angetrieben, die 15.000 PS leistete und eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Knoten ermöglichte. Die Passagierunterkünfte waren für 407 Passagiere der Ersten und 200 Passagiere der Zweiten Klasse ausgelegt.

Die Malwa wurde am 20. Dezember 1908 fertiggestellt und lief am 29. Januar 1909 in Tilbury zu ihrer Jungfernfahrt nach Colombo, Melbourne und Sydney aus. 1910 stieß sie vor Colombo mit dem britischen Dampfer Nairn zusammen. Ab 1917 wurde die Malwa als Truppentransporter im Ersten Weltkrieg eingesetzt. Sie überstand den Krieg und nahm ihren regulären Australiendienst am 24. September 1920 wieder auf. Sie blieb konstant auf dieser Route

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, bis sie am 26. Dezember 1932 zum Abbruch nach Japan verkauft wurde

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. Sie wurde in Ōsaka verschrottet.

Rittergut Besenhausen

Das Rittergut Besenhausen ist ein landwirtschaftlicher Gebäudekomplex in der Gemeinde Friedland im Landkreis Göttingen in Südniedersachsen. Heute liegt es nahe dem Dreiländereck Hessen–Niedersachsen–Thüringen. Die ältesten Gebäudestrukturen des ehemaligen Ritterguts mit barockem Wohnhof und Park sowie im 18. Jahrhundert entstandenen Gutshof stammen aus dem Mittelalter. Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz. Das Gut mit seinem umliegenden Landbesitz befindet sich seit 700 Jahren ununterbrochen in Familienbesitz. Heute ist Besenhausen ein beliebtes Ausflugsziel.

Besenhausen ist eines von drei Teilen der Ortschaft Niedergandern, die zur Gemeinde Friedland in Niedersachsen gehört. Es liegt etwa 2,1 Kilometer nordöstlich des Dreiländerecks Hessen–Niedersachsen–Thüringen direkt nordwestlich der Grenze zu Thüringen, der früheren innerdeutschen Grenze, an der Leine. Benachbarte Orte sind neben Niedergandern (1,5 km nordwestlich) die Ortschaften Reckershausen (2,5 km nördlich) und Kirchgandern (1,1 km südöstlich; in Thüringen).

Nordöstlich vorbei an Besenhausen verläuft die Landesstraße 566, die über die thüringische L 1001 etwa in Richtung Süden Anschluss an die Bundesstraße 80 hat und die nach Nordwesten über an sie anschließende Straßen zur in Hessen bei Marzhausen gelegenen Anschlussstelle Neu-Eichenberg–Friedland der Bundesautobahn 38 hat; diese führt durch den nahen Heidkopftunnel. Die nächste Bahnstation befindet sich in Neu-Eichenberg.

Der Grundbesitz Besenhausens erstreckt sich vom Pferdeberg (ca. 300 m ü. NN) im Nordosten bis nach Hottenrode im Südwesten. Er wird von der Leine durchschnitten, die teilweise in die Parkanlage des Herrenhauses integriert ist und die Ortsteile Besenhausen und Niedergandern trennt. Durch Besenhausen führt der Leine-Heide-Radweg.

In Besenhausen hatten sich vermutlich bereits im ausgehenden ersten Jahrtausend Menschen angesiedelt. Besenhausen, dessen Name als „Haus des Bezo“ oder „Haus des Biso“ (ein damals üblicher, altsächsischer Vorname) gedeutet wird, war schon immer Grenzort der heutigen Länder Thüringen, Niedersachsen und Hessen. Damit war es der wechselvollen und oft kriegerischen Geschichte im Mittelalter und der Neuzeit bis zu den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts unterworfen.

Die Geschichte des rund 700 Jahre alten Rittergutes war ein ständiger Existenzkampf zwischen den Ansprüchen verschiedener Mächte: der Mainzer Fürstbischöfe, der Braunschweiger Welfen und der Landgrafen von Hessen. Das Gut war von den Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Lutheranern, zwischen Preußen, dem napoleonischen Königreich Westfalen und dem Hannoverschen Königreich, sowie schließlich zwischen den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs betroffen. Prägend waren die Jahrhunderte erzbischöflicher Herrschaft im Eichsfeld, das zum Machtbereich von Kurmainz gehörte. Besenhausen gehört zum „historischen Eichsfeld“ auch wenn es zum 1946 gegründeten Niedersachsen kam.

Eine erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Besenhausen findet sich zwar erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts; wegen der spezifischen Namenskonstruktion kann aber davon ausgegangen werden, dass es das Dorf bereits 300 oder 400 Jahre früher gab. Das heute nicht mehr vorhandene Dorf lag vermutlich direkt nördlich des heutigen Guts zwischen Hottenrode, Niedergandern und Kirchgandern.

Im Jahr 1307 wird Besenhausen erstmals als Besitzung der Familie von Hanstein urkundlich erwähnt. Gemäß diesem Dokument hielten zu dem Zeitpunkt die Brüder und Ritter Heinrich und Lippold von Hanstein das Dorf als Teil eines Lehens der Mainzer Erzbischöfe, die zu der Zeit im Eichsfeld regierten. Die beiden Brüder verpflichteten sich in der erhaltenen Urkunde zur Übertragung des großen und des kleinen Zehnts an den Altar des Heiligen Stephan im Martinsstift in Heiligenstadt, der damals bedeutendsten kirchlichen Einrichtung des Eichsfeldes. Die Hansteiner waren zu der Zeit Vicedome, also Statthalter der Mainzer Herren. Im Rahmen der Schenkung wurde auch das Vorhandensein eines Eigengutes (Allod) der Hansteiner in Besenhausen bestätigt. In einem weiteren Vertrag vom 4. Oktober 1308 wurde den Hansteiner Brüdern auferlegt, dem Mainzer Erzstift in Besenhausen eine Burg zu bauen. In Folge muss in der Nähe der heutigen Gutsanlage eine befestigte Anlage errichtet worden sein. Zu diesem Zeitpunkt lebten die Besenhauser Hansteins allerdings noch auf ihrer Stammburg, dem Hanstein.

Etwa im Jahr 1360 wurde das Dorf Besenhausen von seinen Einwohnern ein erstes Mal – zumindest großteils – aufgegeben, es fiel „wüst“. Die Gründe dafür sind nicht bekannt, Seuchen, Missernten oder kriegerische Einwirkungen könnten ursächlich gewesen sein.

Sicher ist, dass die Familie von Hanstein für ihr eigenes Anwesen in Besenhausen das Wüstfallen verhindern konnte. Im Jahr 1522 wurde Johann von Hanstein der erste Besenhauser Gutsherr, der hier auch lebte. Ab dem beginnenden 16. Jahrhundert hielten sich die Hansteins nämlich nicht mehr auf ihrer zunehmend verfallenden Stammburg auf, sondern hatten sich auf ihren Ritterhöfen – neben Besenhausen waren das auch Bornhagen, Werleshausen, Wahlhausen, Ershausen, Oberelle und Henfstädt – niedergelassen. Zu dem Zeitpunkt hatten die Hansteins jedoch das Recht an ihrem Eigenhof in Besenhausen bereits verloren, da dieser durch erzwungene Lehnsauftragung nun den Landgrafen von Hessen gehörte. Mit jedem Generationswechsel musste also das Lehensverhältnis zwischen den Besenhausener Hansteins und dem Lehnsherrn erneuert werden.

In einem Lehnsbrief vom Jahr 1362 wurde der Besitz als „unser Gut zu Beßenhußen“ benannt, in Lehnsbriefen ab 1546 als „Beßenhausen“. Im statistischen Handbuch des Landgrafen Wilhelm IV. wurde das Gut dann bereits als „Besenhausen“ bezeichnet.

1540 ließ Johann von Hanstein († 1558) ein repräsentatives Gebäude im Renaissancestil bauen. Dazu hatte er zusätzliches Land in Besenhausen von einem Matz Conradt aus Kirchgandern durch Tausch erworben. Heute zeugen nur noch wenige Relikte von diesem Bau, der mit einem Wall und Graben umgeben war.

Seit dem frühen 16. Jahrhundert wurde das Gut Besenhausen immer wieder zu einem Streitfall zwischen dem welfischen Amt Friedland und dem mainzischen Oberamtmann in Heiligenstadt. Mehrfach versuchten Mainz, Hessen und Hannover den stattlichen Komplex aus Gut und Ländereien unter ihren jeweiligen Einfluss zu bekommen.

Wie der größere Teil des eichsfeldischen Adels waren auch die Hansteins früh zur Reformation übergetreten. In den folgenden Religionskriegen spielte Hottenrode, die Patronatskirche der Besenhauser eine wichtige Rolle. In der zum Herzogtum Braunschweig gehörenden Kirche sammelten sich evangelische Eichsfelder zum lutherischen Gottesdienst und entzogen sich so der Mainzer Religionsaufsicht. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges wurden Rittergut und Dorf Besenhausen zerstört.

Der Wiederaufbau der Wohngebäude des Gutes wurde unter Hans Hermann von Hanstein (1610–1686) am Ende des 17. Jahrhunderts begonnen. Sein Sohn Dietrich von Hanstein (1644–1716) vollendete das Werk des Vaters. Das Herrenhaus erhielt erneut eine – heute nicht mehr bestehende – rechteckige Graben- und Wallanlage. Dietrich von Hansteins Sohn Carl Friedrich von Hanstein errichtete ab 1740 den Wirtschaftshof. Ein wohl ebenfalls vor dem Krieg (wieder) bestehendes Dorf wurde nicht wieder besiedelt und fiel (erneut) wüst.

Da Carl Friedrich von Hanstein († 1724) kinderlos starb, fiel Besenhausen an seinen Vetter Liborius Friedrich von Hanstein (* 1678) aus der Werleshauser Linie. Diesen Erbgang nahm der protestantische Friedländer Amtmann zum Anlass, 1724 rund dreihundert Bewaffnete das Gut besetzen zu lassen. Ein Teil dieser Truppe blieb dort und hielt das Gut so 20 Jahre lang gegen die Mainzer. Erst 1743 einigten sich die Kurfürstliche Regierung in Hannover mit der Mainzer Regierung des Eichsfeldes über den künftigen Grenzverlauf, welches das Gut Besenhausen dem Eichsfeld zuschlug, einen Großteil der landwirtschaftlichen Flächen des Gutes jedoch dem hannoverschen Gebiet, und damit dem Amt Friedland. Ein Grenzstein mit hannoverscher Wolfsangel auf der einen, und dem Mainzer Rad auf der anderen Seite zeugt noch heute davon. Auch wenn die Besenhauser samt Gutshaus wieder an Mainz fielen, durften sie das Recht auf den evangelischen Glauben aber behalten.

Der „Zedler“, das größte Lexikon des 18. Jahrhunderts, beschrieb Besenhausen im Jahr 1751 als: … ein Schloß, Rittergut und Dorf in Nieder-Hessen, an denen Eichsfeldischen Grenzen, an der Leine, eine Stunde von Witzenhausen.

Friedrich Ernst von Hanstein (1723–1807) war 1737 der Erbe von Liborius Friedrich von Hanstein geworden. 1802 fiel das Eichsfeld unter Friedrich Wilhelm III. an Preußen. Zu dem Zeitpunkt war der damals 79-jährige Friedrich-Ernst von Hanstein Herr auf Besenhausen, daneben gehörten ihm noch die Güter Rommerode, Wiesenfeld sowie die vormals Grone’schen Besitzungen in Friedland und Reiffenhausen. Hanstein war außerdem der Vertreter der Eichsfelder Ritterschaft („Ritterschaftlicher Deputirter der Stände des Fürstenthums Eichsfeld“)

1896 starb der Enkel des Ritterschaftsvertreters Friedrich von Hanstein unverheiratet, und 600 Jahre hanstein’sche Geschichte in Besenhausen mit stets männlichen Erben waren beendet. Noch zu seiner Zeit gehörte zum Besitz der Besenhauser Hansteins das Gut in Rommerode sowie die Hälfte eines Gutes in Ober-Ellen. Das Gut Besenhausen fiel nun an Bertha, die Schwester des letzten Hansteiner Eigentümers, die die Frau des in Göttingen lebenden Gelehrten Levin Georg Freiherrn von Wintzingeroda-Knorr war. Er war zugleich Landrat des preußischen Kreises Mühlhausen und geriet deshalb durch den Besitz Besenhausens in eine historische Zwickmühle. 1866 musste er als preußischer Beamter weitergeben, was er als welfischer Gutsbesitzer erfahren hatte: die genaue Marschroute der Hannoveraner, die dann während des Deutschen Krieges in der Schlacht bei Langensalza geschlagen wurden.

Aus der Ehe seines Enkelsohnes Friedrich-Wilhelm Freiherr von Wintzingerode-Knorr (1893–1952) mit Ruth, geb. von Marschall ging die nächste erbende Frau in der Geschichte Besenhausens, Sitta, hervor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten US-amerikanische Militäreinheiten das Gut. Die gemäß dem Potsdamer Abkommen vom Sommer 1945 festgelegte Demarkationslinie zwischen britischer und sowjetischer Besatzungszone verlief direkt durch das Gutsgelände: Gutshaus und Hof wären in den russischen, die Wassermühle und Arbeiterhäuser in den britischen Sektor gefallen. Die meisten Ländereien hätten im Westsektor gelegen. Ohne seinen Landbesitz wäre das Gut nicht mehr existenzfähig und ein Abbruch der historischen Anlage auf der Demarkationslinie wahrscheinlich gewesen. Am 1. Juli 1945 rückten Russen und Briten ein. Wintzingerode-Knorr konnte die sowjetische Militäradministration jedoch zu einem Tausch überreden. Die verschob die Grenze um einige Hundert Meter in Richtung Südosten und sowjetische Truppen plünderten das Gut drei Tage lang.

Über die Tochter von Sitta von Klitzing, geb. Freiin von Wintzingerode-Knorr, gelangte Besenhausen in den 1960er Jahren in die Hände der Familie Flechtner, Nachkommen des Ferdinand Gottlieb Flechtner aus dem schlesischen Langenbielau – dreimal vererbte sich das Gut nach rund 600 Jahren Hanstein’schen Familienbesitzes also bislang in der weiblichen Linie.

Die Gesamtanlage besteht aus dem aus vier Gebäuden bestehenden Wohn-Innenhof, der von drei Seiten mit einem baumbestandenen Park umgeben ist. An das an der Südost-Seite dieses Hofes stehende Torhaus schließt sich der deutlich größere Wirtschafts- oder Gutshof an, über den der Innenhof erst erreichbar ist. Der eigentliche Wirtschaftshof wird von drei langgestreckten Gebäudeeinheiten gebildet, und beinhaltet auch den etwa 10 × 30 Meter großen Hofteich.

An den Wirtschaftshof grenzt die ehemalige Zuckerfabrik sowie ein verbindender Geräteunterstand. Am Nordende des Parkes befinden sich die ehemaligen Arbeiterhäuser (mit Stallungen) und die frühere Kornmühle. Als Bestandteil von Besenhausen gelten auch die 800 Meter entfernte Patronatskirche in Hottenrode und ein ehemaliges Grenzabfertigungsgebäude in 150 Meter Entfernung.

Die Leine begrenzt den Gutshof wie den Park in südlicher Richtung. Eine durch die Teilung der Leine gebildete, langgestreckte Insel erstreckt sich über eine Länge von rund 180 Metern. Sie wird als Park und – im Bereich der ehemaligen Kornmühle – als Nutzgarten verwendet.

Die Gebäude im Innenhof entstanden in der jetzigen, barocken Form etwa ab 1680. Das Torhaus beinhaltet aber im unteren Gebäudebereich ältere Baustrukturen. So sind der gesamte Unterbau sowie die alte Wehrmauer mit ihrem Gewölbekeller und ihren Schießscharten mittelalterlichen Ursprungs und im Renaissancestil ausgeführt.

Das Herrenhaus auf der Innenhof-Seite, Blick vom oberen Park

Innenhof-Gebäude vor dem „Schneckenberg“

Torhaus mit ehemaligem Hühnerstall, Blick vom Gutshof

Herrenhaus mit unterem Park, Blick von der Leine

Neben dem Torhaus besteht die Innenhofgruppe aus dem Herrenhaus sowie dem „Christenhaus“. Beide Gebäude sind zweistöckig und mit Walmdächern ausgeführt, das Herrenhaus hat einen zweistöckigen Dachboden. Weiterhin gibt es ein einstöckiges Lager- und Vorrats-Gebäude mit Walmdach und ausgebautem Giebel. Dieses Gebäude lehnt sich an den künstlich geschaffenen, etwa vier Meter hohen „Schneckenberg“ an, und ermöglicht Zugang zu den unter dem Berg gelegenen, gewölbten Vorratsräumen. Sämtliche Gebäude sind nicht unterkellert.

Das Innenhof-Ensemble wird dreiseitig von einem 200 Jahre alten und rund 7.000 Quadratmeter großen Park umgeben, der an seiner Südseite an der Leine endet, zum Teil den dortigen Oberlauf des Flusses aber auch integriert.

Auffälligstes Gebäude des Gutshofes ist ein stattlicher Fachwerkbau am Hofteich. Er entstand 1740, auf dem Satteldach befindet sich ein Turm mit Uhr. Der linke Pfeiler zum ehemaligen Hoftor, der später in das sogenannte „Wirtschaftsgebäude“ eingemauert wurde, beinhaltet zwei Wappen: Das Hanstein’sche Familienwappen des Hans-Hermann von Hanstein (1610–1686) und das Wappen der Familie seiner Frau, Ursula von Spiegel. Sie gelten als die ersten Erbauer der Anlage nach dem Dreißigjährigen Krieg. Im vorderen Teil des „Wirtschaftsgebäudes“ waren früher die Büros des Gutsinspektors (auch: Gutsverwalter) untergebracht. Im hinteren Teil lagen die Schweineställe. In einem niedrigeren, sich anschließenden Gebäude waren die Kuhställe untergebracht.

Die übrigen Wirtschaftsgebäude mussten nach einem Hofbrand 1907 erneuert werden. Dazu gehören der langgestreckte, an der Leine liegende ehemalige Schaf- und Pferdestall, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Treckerschuppen und Werkstatt genutzt; heute dient er nach einem erneuten Umbau als Ausstellungs- und Veranstaltungssaal. An den Schafstall schließt sich die flachere, ehemalige Schmiede an. Das querliegende und den Hof abschließende, gemauerte Scheunengebäude beinhaltet seit den 1980er Jahren eine noch heute genutzte Getreidetrockenanlage und entsprechende Getreidespeicher.

1836 wurde auf dem Gutsgelände die erste Zuckerfabrik der Provinz Sachsen errichtet. Sie war nur fünf Jahre in Betrieb

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. Nach jahrzehntelanger Verwendung als Speicher, Garage und auch Leerstandes befindet sich heute in dem Gebäude die Handweberei Rosenwinkel.

Unter Erhaltung und teilweiser Rekonstruktion der bauzeitlichen Fassaden und des statischen Systems, wurden zwei Geschossebenen weitgehend zurückgebaut, so dass zwei übergeordnete, zweigeschossige Großräume (heute: Verkaufsraum und Weberwerkstatt) entstanden. Das Zwischengeschoss wird über eine Galerie erschlossen. Neben der durchgängig behindertengerechten Gestaltung der Nutzflächen wurden Naturbaustoffe verwendet und energieoptimierende Maßnahmen für das denkmalgeschützte Gebäude getroffen. Die Renovierung erhielt im Jahr 2004 den Preis für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.

Wirtschaftsgebäude am Gutshof

Rückseite der ehemaligen Stallungen

Die alte Schmiede

Die ehemalige Zuckerfabrik beherbergt heute eine Weberei

Neben den ehemaligen Gutsarbeiter-Häusern stand direkt an der dort zweigeteilten Leine eine Kornmühle. Diese ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts stillgelegt, aber in dem noch bestehenden Gebäude produziert seit 1924 eine wassergetriebene Turbine über einen Generator Strom. Damit könnte eine Stromversorgung von den Bewohnern und der Wirtschaft Besenhausens gewährleistet werden, auch wenn heutzutage die erzeugte Energie zur Umwandlung in Gleichstrom zunächst in das allgemeine Stromnetz eingespeist wird.

Zum Antrieb der Turbine und zur Regulierung der entsprechend notwendigen Wassermenge bedarf es der Stauung eines Teils der Leine. Dazu wird der Fluss etwa 100 Meter vor der Turbine mittels eines Wehres geteilt, sodass der höherfließende Flussarm die Turbine mit einem Fall aus rund 2 Meter Höhe antreiben kann. Etwa 80 Meter nach dem künstlich erzeugten Turbinen-Wasserfall werden die beiden Flussarme der Leine wieder zusammengeführt.

Ehemaliges Gutsarbeiterhaus

Das 80 Jahre alte Generatorhäuschen des hier überbrückten oberen Leinelaufs

Die zu Besenhausen gehörende Patronatskirche in Hottenrode wird noch heute als Beerdigungsstätte für Bewohner Besenhausens genutzt.

Oberhalb des Gutes liegt an der L 566 zwischen Reckershausen und Kirchgandern ein ehemaliges Grenzhaus, die frühere Abfertigungsstelle des ehemaligen Grenzüberganges an der innerdeutschen Grenze.

Der Übergang war aufgrund seiner Nähe zum Ort Friedland in den Jahren von 1945 bis 1952 von großer Bedeutung. Friedland bildete wegen seiner Flüchtlingsaufnahmelager und eines Eisenbahnanschlusses einen Verdichtungspunkt von Flucht- und Wanderungswegen ab dem Sommer 1945. Menschen marschierten aus der sowjetischen Besatzungszone über die Demarkationslinie in die hier beginnende britische Besatzungszone. Der Grenzübertritt erfolgte zu Fuß, da die Straße zwischen Kirchgandern und Niedergandern bzw. Reckershausen noch nicht wiederhergestellt war. Auch aus dem Westen wanderten Menschen nach Osten, vor allem Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Am 12. Oktober 1945 wurde in Besenhausen ein Refugee Exchange Point eingerichtet. Zunächst wurde eine Wellblechbaracke errichtet, in der Ankommende vom Deutschen Roten Kreuz und Kircheneinrichtungen versorgt wurden. 1949 wurde das Grenzhäuschen, auch „Zollhaus“ genannt, erbaut. Später kamen ein kleiner Verkaufsstand für Erfrischungsartikel sowie eine heute nicht mehr bestehende, hölzerne Gepäckabfertigungsrampe dazu.

Mehr als zwei Millionen Menschen wechselten in Besenhausen über die Grenze. Am 27. Mai 1952 wurde der Grenzübergang von den Sowjets geschlossen, ab dann durften nur noch vereinzelt Sondertransporte passieren. 1956 wurde die Grenze dann endgültig geschlossen.

Nach Schließung der innerdeutschen Grenze und dem Aufbau der Grenzanlagen (zu denen im Bereich Besenhausens auch Selbstschussanlagen und Minen gehörten) wurde das Abfertigungsgebäude von den diensttuenden Grenzbehörden als Stütz- und Aufenthaltspunkt genutzt. In den 1960er Jahren wurde in dem Gebäude erstmals ein provisorischer Ausstellungsraum mit Informationsmaterial zur Grenzproblematik eingerichtet. 1987 weihten der damalige Staatssekretär Stefan Diekwisch und der zuständige Oberkreisdirektor Alexander Engelhardt eine hier nun beheimatete Grenzinformationseinrichtung ein.

Nach der Öffnung der Innerdeutschen Grenze im November 1989 diente das Gebäude erneut – für etwa sechs Monate – als Grenzabfertigungsgebäude dem Zoll und dem Bundesgrenzschutz. Heute gehört es zum Gebäudebestand des Gutes Besenhausen. Am 13. Oktober 2005 wurde zur Erinnerung an die Bedeutung des Grenzüberganges Besenhausen sowie anlässlich des Doppeljubiläums „60 Jahre Grenzdurchgangslager“ und „50 Jahre Heimkehrer“ ein Gedenkstein mit Inschrift „TOR ZUR FREIHEIT – 1945–1956“ aufgestellt.

Die zum Gut Besenhausen gehörenden land- und forstwirtschaftlichen Flächen werden durch eine andere Betriebsstätte bewirtschaftet. Die Hofanlagen dienen damit kaum noch dem ursprünglichen Zweck. Durch verschiedene kulturelle wie soziale Einrichtungen ist das Rittergut in zunehmendem Maße zu einem regionalen Ausflugsziel geworden.

Heute befinden sich in den Gebäuden des Wirtschaftshofes das „Cafe Rosenwinkel“ (ehemalige Zuckerfabrik) sowie ein rustikaler Festsaal (ehemaliger Schafstall). Der Festsaal wird für Feierlichkeiten vermietet und für Hochzeitsfeiern genutzt, da es seit 2008 möglich ist, sich in Besenhausen trauen zu lassen. Dazu wurde ein Atelierraum im ehemaligen Wirtschaftsgebäude zur Zweigstelle des Friedländer Standesamtes erklärt.

In Atelierräumen im ehemaligen Schweinestall finden Ausstellungen statt. Auf den Hofanlagen finden auch Lesungen statt wie anlässlich der Göttinger Märchenwochen, des Kulturfestes im Göttinger Land und der Göttinger Kinder- und Jugendbuchwoche. Der Kulturring Friedland veranstaltet in Besenhausen Konzerte, das Göttinger Hilfsprojekt Bewegung gab mit der Band „Seven Up“ ein Benefiz-Konzert.

Im Mai 2004 wurde ein Arbeits- und Ausstellungsort des Verein Handweberei im Rosenwinkel e. V. in der ehemaligen Zuckerfabrik eröffnet. Der gemeinnützige Verein wurde 1992 gegründet. Ziel ist es, behinderten Menschen Arbeits- und Ausbildungsplätze zu bieten. Außerdem soll das traditionelle Weberhandwerk gepflegt werden. Der gleichnamige durch den Verein getragene soziale Handwerksbetrieb zog 2004 von Reckershausen nach Besenhausen. In den Räumlichkeiten werden gewebte Textilien hergestellt und zum Verkauf angeboten. Im Websaal entstehen an 20 Webstühlen die Produkte aus natürlichen Materialien; bei der Herstellung der Stoffe kann zugeschaut werden. In Führungen werden die wichtigsten Arbeitsschritte des Weberhandwerks in der Schauwerkstatt erläutert. Viele Garne und Stoffe sind von Hand gefärbt.

Da Besenhausen eine eigene Quelle, eine Wasserturbine und eine Pflanzenkläranlage zur Abwasserreinigung hat und das Gut somit unabhängig von der kommunalen Wasserver- und entsorgung ist, war es Bestandteil des Themenpfades Wasser der Expo 2000 in Hannover. Es gehörte zu den 280 von unabhängigen Expertengremien ausgesuchten Projekten, die der Beantwortung von Zukunftsfragen zum 21. Jahrhundert dienen sollten. In Teilen ist der Themenpfad noch heute zu besichtigen.

Hermann von Christen wurde 1841 in Besenhausen geboren. 1925 arbeitete Theo Harych hier kurze Zeit als Kraftfahrer, bevor er nach 5 Monaten wegen Wahlpropagandas für die KPD fristlos entlassen wurde. 1944 starb der General der Infanterie Otto von Below in Besenhausen.

1955 wurde auf Besenhausen Fontanes Effi Briest (als Rosen im Herbst) vom Regisseur Rudolf Jugert mit der damaligen 31-jährigen Ruth Leuwerik in der Hauptrolle verfilmt. Im 1980 auch verfilmten Roman „Nirgendwo ist Poenichen“, zweiter Teil der Poenichen-Trilogie von Christine Brückner, 1977 verlegt bei Ullstein, wird der Besenhauser Schweinestall als Not-Unterkunft (bei Grenzübertritt) der Romanfigur Maximiliane von Quindt geschildert.

Koordinaten:

Kap d’Antifer

Das Kap d’Antifer liegt an der Alabasterküste zwischen Étretat und Le Havre bei der Gemeinde Saint-Jouin-Bruneval. Ein Stahlbeton-Leuchtturm ersetzt den 1944 von deutschen Besatzungstruppen gesprengten Vorgängerturm.

Etwa drei Kilometer südlich des Kaps wurde 1975 eine Hafenanlage für Supertanker errichtet, die hier Öl auf kleinere Schiffe umladen können. Am Strand befinden sich Tanklager und eine 3,5 km lange Mole schützt den Hafen.

Die Windverhältnisse am Kap und Hafen machen diesen Küstenabschnitt besonders für Windsurfer attraktiv. Über die Ortschaft Saint-Jouin-Bruneval gelangt man an den dortigen Sandstrand.

Der Name des Kaps inspirierte vermutlich Jules Verne zu seinem Roman Meister Antifers wunderbare Abenteuer. Bei der nördlich vom Hafen gelegenen Ortschaft Bruneval gelang es 1942 einer britischen Fallschirmeinheit während der Operation Biting eine deutsche Würzburg-Radarstation zu zerstören und wichtige Teile zu erbeuten.

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.16359329223633Koordinaten:

Naturschutzgebiet Steinschlade

Das Naturschutzgebiet Steinschlade mit einer Größe von 7,3 ha liegt westlich von Braunshausen im Stadtgebiet von Hallenberg. Das Gebiet wurde am 15 mcm taschen sale. September 2004 mit dem Landschaftsplan Hallenberg durch den Hochsauerlandkreis als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Das NSG ist Teil des Europäischen Vogelschutzgebiets Medebacher Bucht. Es ist durch die K 54 zerschnitten.

Beim NSG handelt es sich um extensives Grünland mit Hecken und anderen Gehölzen.

Das NSG soll das Grünland mit seinem Arteninventar schützen. Zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten wildlebender, teils gefährdeter Arten, von Tier- und Pflanzenarten beizutragen. Wie bei allen Naturschutzgebieten in Deutschland wurde in der Schutzausweisung darauf hingewiesen

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, dass das Gebiet „wegen der Seltenheit, besonderen Eigenart und Schönheit des Gebietes“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Laut Naturschutzgebiets-Ausweisung wurde das Gebiet zum Naturschutzgebiet auch ausgewiesen, um zur Sicherung des ökologischen Netzes Natura 2000 der EU im Sinne der FFH-Richtlinie.

Am Dasseberg | Am Kramenzelloch | Biotopkomplex südöstlich der Vogelshöhe | Biotopkomplex östlich Hallenberg | Blockflur am Steinschab | Dreisbachtal | Galgenberg | Hallenberger Wald | Heckenlandschaft Braunshausen&nbsp

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;| Herzgraben | Hilmesberg | Homböhl | Im Tal | Liesetal | Mahlbach- und Ölfetalsystem | Mausenloch | Mittleres Weifetal | Nuhnewiesen | Steinschlade | Stemmberg | Vordere Winterseite | Wache

Koordinaten:

Zhuoshui

Der Zhuoshui (chinesisch 濁水溪, Pinyin Zhuóshuǐ Xī, W mcm taschen sale.-G. Choshui Hsi, Pe̍h-oē-jī Lô-chúi-khoe ‚Trübes Wasser‘) ist mit einer Länge von 186,6 km der längste Fluss Taiwans. Er entspringt zwischen dem Haupt- und Ostgipfel des Hehuanshan im taiwanischen Zentralgebirge und mündet in die Formosastraße.

Die wichtigsten Nebenflüsse des Zhuoshui sind der Qingshui, der Dongpuna und der Chenyoulan. Der Zhuoshui durchfließt in westlicher Richtung die Landkreise Nantou, Jiayi, Zhanghua und Yunlin und bildet an einigen Stellen die Grenze zwischen den Landkreisen Zhanghua und Yunlin. Der Fluss passiert unter anderem die Orte Shuili, Mingjian, Zhushan, Xiluo und Dacheng, wo er in die Formosastraße mündet.

Den Namen Zhuoshui („Trübes Wasser“) verdankt der Fluss seinem hohen Sandgehalt, der sein Wasser an vielen Stellen sichtbar trübt. Nach der Gründung des Landkreises Zhanghua im Jahr 1723 arbeiteten sich chinesische Siedler von der Mündung des Zhuoshui aus ins Landesinnere vor und machten das Land an beiden Ufern urbar. Durch seine geografische Lage im Zentrum Taiwans wird der Zhuoshui oft als inoffizielle Grenze zwischen Nord- und Südtaiwan betrachtet. Zur Zeit der japanischen Herrschaft über Taiwan förderten die Kolonialherren nördlich des Flusses den Anbau von Reis, südlich des Zhuoshui den Anbau von Zuckerrohr.

Der Zhuoshui ist auch heute noch von großer Bedeutung für die Bewässerung in der Landwirtschaft in seinem Einzugsgebiet. Darüber hinaus ermöglicht es das hohe Gefälle in den oberen Flussabschnitten

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, mithilfe von Wasserkraft Strom zu erzeugen und Stauseen anzulegen. Die Wassermenge des Zhuoshui nimmt in den trockenen Sommermonaten deutlich ab, so dass keine Schifffahrt möglich ist

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. Der Fluss wird von einer Vielzahl alter wie moderner Brücken überquert, zum Beispiel von der Zhuoshui-Brücke des Taiwanischen Hochgeschwindigkeitszugs.