Zbýšov u Brna

Zbýšov (deutsch Zbeschau) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt 19 Kilometer westlich des Stadtzentrums von Brno und gehört zum Okres Brno-venkov.

Zbýšov befindet sich am Übergang des Jaispitzer Hügelland (Jevišovická pahorkatina) zur Boskowitzer Furche in Mähren im Quellgebiet des Baches Brodky. Nordöstlich erhebt sich der Hügel die Síčka (421 m). Nördlich der Stadt liegen die stillgelegten Steinkohlenzechen Jindřich, Antonín und Ferdinand. Die im Süden gelegene Zeche Anna ist gleichfalls eingestellt.
Nachbarorte sind Babice im Norden, Rosice und Tetčice im Nordosten, Kratochvilka im Osten, Neslovice im Südosten, Padochov, Mašínka und Oslavany im Süden, Čučice im Südwesten, Ketkovice und Lukovany im Westen sowie Zakřany im Nordwesten.
Archäologische Funde belegen eine Besiedlung des Ortes seit der Jungsteinzeit. Die erste urkundliche Erwähnung von Zbýšov stammt aus dem Jahre 1280, als der Landesmarschall Bohuš von Drahotuše das Dorf seiner Tochter überließ, die es bei ihrem Klostereintritt dem Kloster Oslawan stiftete.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die Steinkohlenlagerstätten im Rossitz-Oslawaner Becken entdeckt. 1790 bestand Zbeschau aus 53 Häusern und hatte 313 Einwohner. 1820 eröffnete am Siczka-Berg (Síčka) mit der Zeche „Liebe Gottes“ das erste Steinkohlenbergwerk. Durch die Rossitzer Bergbau-Unternehmerfamilie Rahn wurden in Zbeschau weitere Steinkohlenzechen eröffnet. Dazu gehörte die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts betriebene Zeche Ferdinand. Auf Initiative des Bergwerksbesitzer von Segen Gottes, Johann Ritter Herring, und des Zbeschauer Bergbauunternehmers Anton Rahn wurde die private Brünn-Rossitzer Eisenbahngesellschaft gegründet, die 1852 mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Brünn–Strelitz–Rossitz–Segen Gottes begann. 1855 war die Eisenbahnstrecke vollendet; am 2. Januar 1856 fuhr der erste Kohlenzug von Segen Gottes über Brünn nach Wien und am 1. Juli 1856 wurde der Personenverkehr aufgenommen. Von Segen Gottes aus führte seit 1862 eine Zweigbahn über Babice zu den Zechen Heinrich und Ferdinand und nach Zbeschau, die 1873 bis Oslawan fortgeführt wurde. 1881 kaufte die Rossitzer Bergbau AG in Segen Gottes die Gruben der Inneberger Gesellschaft im südlichen Revier bei Zbeschau und Oslawan auf und besaß damit mit Ausnahme der Zeche „Liebe Gottes“ bei Kratochvilka alle Steinkohlenbergwerke im Rossitz-Oslawaner Becken. Durch den Bergbau wandelte sich der Charakter von Zbeschau vom bäuerlichen Dorf zu einem Bergstädtchen, das 1890 aus 128 Häusern bestand und 1.624 Einwohner hatte. 1893 entstand eine eigene Kirche und ein neues Schulhaus, 1924 das Haus der Bergarbeiter.
Zwischen 1949 und 1960 gehörte Zbýšov zum Okres Rosice. 1955 wurde die Förderung auf der Zeche Ferdinand eingestellt und 1992 der Schacht mit Beton verwahrt. Die Gleise auf dem Abschnitt zwischen der Zeche Jindřich (Heinrich) und Oslavany wurden abgebaut, zwischen Zastávka und der ehemaligen Zeche Jindřich blieb die Bahnstrecke als Anschlussgleis des dortigen Unternehmens Kepák a.s. erhalten. Im Jahre 1965 wurde Zbýšov zur Stadt erhoben. 1970 war die Abteufung des Schachtes Jindřich II abgeschlossen, zugleich wurde der 905 m tiefe Schacht Jindřich I verfüllt. 1992 wurde mit Důl Jindřich II die letzte Zeche in Zbýšov stillgelegt. Sie war mit 1550 m Teufe die tiefste Steinkohlengrube des Landes und eine der tiefsten in Mitteleuropa. Im Dezember 2007 wurden bei einem Einbruch in die Kirche ein Kelch und mehrere Figuren gestohlen.
Für die Stadt Zbýšov sind keine Ortsteile ausgewiesen.
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Der Große Japaner – Dainipponjin

Der Große Japaner – Dainipponjin (jap. 大日本人) ist eine japanische Monsterhorror-Mockumentary des Comedian und Regisseurs Hitoshi Matsumoto aus dem Jahre 2007. Der Film ist größtenteils im Interviewstil gedreht und stellt auf humoristische Weise das Leben eines fiktiven Super(anti)helden dar.

Der nahe am Existenzminimum lebende Masaru Daisato hat die Fähigkeit, sich durch Hochspannungsstöße auf das etwa hundertfache seiner Körpergröße zu verwandeln. Diese Fähigkeit nutzt das japanische Verteidigungsministerium aus, um ihn als Waffe gegen riesige Monster einzusetzen, welche sporadisch in den Städten Japans auftauchen. Die Kämpfe werden im Fernsehen gezeigt, wodurch er eine gewisse Bekanntheit erlangt hat. Der Aspekt der Gefahrenabwehr wird von seiner Umwelt jedoch völlig ignoriert – es zählt ausschließlich der als überaus gering eingeschätzte Unterhaltungswert seiner Aktionen gegen die Ungeheuer. So nehmen die Menschen seine Taten jedoch nicht als heldenhaft, sondern als peinliche Belästigung und Ruhestörung wahr.
Im weiteren Verlauf des Films erfährt man viele kleine peinliche Details seines Lebens: Er ist nicht geschieden, lebt aber getrennt von seiner Frau und seiner Tochter. Diese hätte er gern als „Erbin“ seiner Fähigkeiten herangezogen. Dies hält seine Frau für inakzeptabel und stellt gleichzeitig den Grund für die Trennung dar. Er hat zudem eine Managerin, die ihn im Kampf mit auf den Körper gemalten Werbeflächen herumlaufen lässt und ihn um die gesponserten Erträge betrügt.
Der Film wurde von RealProduct und Yoshimoto Kogyo Company produziert, Regie führte Hitoshi Matsumoto. Die Musik wurde von Towa Tei komponiert und für den Schnitt war Soichi Ueno verantwortlich.
Am 2. Juni 2007 kam der Film in die japanischen Kinos. Es folgten Vorführungen in Hongkong, Großbritannien und den USA. Die deutsche Kinopremiere war am 17. Juli 2008. Zudem wurde Dainipponjin in mehreren Ländern auf Filmfestivals aufgeführt.
78 % der 32 gezählten Kritiken auf der Website Rotten Tomatoes sind positiv. Der Konsens der Kritiker wird wie folgt zusammengefasst: „Hitoshi Matsumotos seltsame und schwer beschreibbare Mockumentary ist in jedem Fall inspiriert.“
„Leider schafft es Matsumoto nicht, die disparaten Teile seines Films zu einem durchgehend vergnüglichen Ganzen zu fügen. Insbesondere die schlechte Verzahnung der realen und der Kampfszenen führt dazu, dass sowohl der satirische wie der spektakuläre Impetus im Laufe des Films etwas verpuffen.“

Autoencoder

Ein Autoencoder ist ein künstliches neuronales Netz, das dazu genutzt wird, effiziente Codierungen zu lernen. Das Ziel eines Autoencoders ist es, eine komprimierte Repräsentation (Encoding) für einen Satz Daten zu lernen und somit auch wesentliche Merkmale zu extrahieren. Dadurch kann er zur Dimensionsreduktion genutzt werden.
Der Autoencoder benutzt drei oder mehr Schichten:
Wenn lineare Neuronen benutzt werden, ist er der Hauptkomponentenanalyse sehr ähnlich.
Ein Autoencoder wird häufig mit einer der vielen Backpropagation-Varianten (CG-Verfahren, Gradientenverfahren etc.) trainiert. Obwohl diese Methode oft sehr effektiv ist, gibt es fundamentale Probleme damit, neuronale Netzwerke mit verborgenen Schichten zu trainieren. Sind die Fehler einmal zu den ersten paar Schichten rückpropagiert, werden sie unbedeutend. Das bedeutet, dass das Netzwerk fast immer lernt, den Durchschnitt der Trainingsdaten zu lernen. Obwohl es fortgeschrittene Backpropagation-Methoden (wie die conjugate gradient method) gibt, die diesem Problem zum Teil abhelfen, läuft dieses Verfahren auf langsames Lernen und schlechte Ergebnisse hinaus. Um dem abzuhelfen, verwendet man anfängliche Gewichtungen, die dem Ergebnis schon ungefähr entsprechen. Dies wird Pretraining genannt.
Bei einer Pretraining-Technik, die von Geoffrey Hinton dazu entwickelt wurde, vielschichtige Autoencoder zu trainieren, werden benachbarte Schichten als begrenzte Boltzmann-Maschine behandelt, um eine gute Annäherung zu erreichen und dann Backpropagation als Fine-Tuning zu benutzen.

Norbert Loch

Norbert Loch (* 11. März 1962 in Friedrichroda) ist ein früherer deutscher Rennrodler und derzeitiger Rennrodel-Bundestrainer.
Norbert Loch wurde in Friedrichroda, einer der Rennrodelhochburgen der DDR, geboren. Er begann als Jugendlicher auf der Spießbergbahn mit dem Rodelsport. Ausgebildet wurde der Rodler vom ASK Vorwärts Oberhof an der Kinder- und Jugendsportschule (KJS) Oberhof. Seinen größten Erfolg feierte Loch mit der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo, wo er 13. wurde. Nach den Spielen beendete er seine Karriere als 21-jähriger und begann ein Trainerstudium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) Leipzig. Anschließend wurde er zunächst Nachwuchstrainer in Sonneberg. Nach der Wende bekam Loch vom Sportwart des Bayerischen Bob- und Schlittensportverbandes Hans Fritz das Angebot, Landestrainer in Bayern zu werden. Er nahm das Angebot an, zog 1992 nach Berchtesgaden und blieb 17 Jahre lang bayerischer Landestrainer. Zu den von ihm geförderten Athleten gehören unter anderem Tobias Wendl, Tobias Arlt, Natalie Geisenberger und sein Sohn Felix Loch, welche bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi in den Rodelwettbewerben die Goldmedaillen gewannen. 2008 wurde der bisherige Bundestrainer im Rennrodeln Thomas Schwab Geschäftsführer und Sportdirektor des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland. Als sein Nachfolger wurde Loch zum neuen Nationaltrainer berufen.

Paidopithex

Paidopithex ist eine fossile Gattung der Altweltaffen aus dem oberen Miozän in Rheinhessen (Rheinland-Pfalz).

Von Paidopithex rhenanus wurde 1820 ein etwa 28 Zentimeter langer Oberschenkelknochen in einer Sandgrube bei Eppelsheim (Kreis Alzey-Worms) in Rheinhessen (Rheinland-Pfalz) entdeckt. Dort wurde auch ein Eckzahn einer vermutlich anderen Affenart entdeckt, die als Rhenopithecus eppelsheimensis beschrieben wurde.
Der Affenknochen aus der Gegend von Eppelsheim stammt aus etwa zehn Millionen Jahre alten Ablagerungen des Ur-Rheins. Diese Ablagerungen werden als Dinotheriensande bezeichnet, weil sie oft Zähne oder Knochenreste des riesigen Rüsseltieres Deinotherium (auch Dinotherium) enthalten.
Nach der ersten Erwähnung durch den Darmstädter Paläontologen Johann Jakob Kaup (1803–1873) im Jahre 1861 wurde der Affen-Oberschenkelknochen aus Eppelsheim mehrfach umbenannt. Heute gilt der 1895 von dem Bonner Paläontologen Hans Pohlig (1855–1937) vorgeschlagene Artname Paidopithex rhenanus.
Der Originalfund des Affen-Oberschenkelknochens wird im Hessischen Landesmuseum Darmstadt aufbewahrt. Eine Kopie davon befindet sich im Dinotherium-Museum in Eppelsheim.
Aufgrund der spärlichen Überreste ist die systematische Zuordnung von Paidopithex schwierig. Köhler et al. schließen in einer Untersuchung die manchmal vorgeschlagene Ähnlichkeit mit dem (zu den Menschenartigen (Hominoidea) gehörenden) Dryopithecus aus. Sie vermuten eine Zugehörigkeit zu den Pliopithecidae, schließen aber die Möglichkeit nicht aus, dass es sich um einen eigenen Seitenzweig der Altweltaffen handelt.

Franz Hausmann

Franz Hausmann (* 26. Februar 1818 in Horn (heute Horn-Bad Meinberg); † 30. Dezember 1877 ebenda) war Jurist und Abgeordneter.

Franz Hausmann wurde am 26. Februar 1818 in Horn in Lippe geboren. Sein Vater war der Horner Amtmann Ludwig Friedrich Ernst Hausmann, seine Mutter Friederike Ernestine Wilhelmine von Heiderstedt. Hausmann, am 25. März 1818 auf den vollständigen Namen Franz Konrad Kasimir getauft, war der Älteste unter mehreren Geschwistern. Die Mutter verstarb früh. Franz Hausmann besuchte das Gymnasium in Lemgo, studierte 1837 bis 1840 in Jena, Leipzig und Heidelberg die Rechte, trat in den Justizdienst seines Heimatlandes und wurde 1845 zum Stadtsyndikus seiner Vaterstadt erwählt. 1847 bis 1851 war er Vizepräsident des konstituierenden Landtags von Lippe und nach dessen Auflösung Führer der liberalen Partei im Land. Zugleich war er Mitglied im Nationalverein als Agent für Lippe und wurde Deputierter bei den deutschen Abgeordnetentagen.
Seit 1867 war er Abgeordneter im Reichstag des Norddeutschen Bundes und brachte in dieser Eigenschaft die Bedenken des Landes Lippe über die reaktionäre Regierung und die widerrechtliche Wiederherstellung der Verfassung von 1836 zur Diskussion. Damit bewirkte er die Entlassung Alexander von Oheimbs und die Berufung Adalbert von Flottwells im Jahr 1871. Flottwell versuchte, im Streit zwischen Fürst Leopold III. und dem Landtag zu vermitteln, konnte jedoch Hausmann nicht überzeugen. Damit wurde eine Aussöhnung der zerstrittenen Parteien vereitelt. Hausmann gehörte dem norddeutschen und deutschen Reichstag seit 1867 bis zu seinem Tod ununterbrochen als Mitglied der Deutschen Fortschrittspartei an, die in strikter Opposition zu Otto von Bismarck stand. Franz Hausmann starb am 30. Dezember 1877 in Horn. Im Zentrum des Marktplatzes in Horn steht ein Denkmal des überzeugten Demokraten und Vorkämpfers demokratischer Freiheitsrechte Franz Hausmann. Auch eine Straße in Horn-Bad Meinberg wurde nach ihm benannt. Hausmann war, als sein plötzlicher Tod im Dezember 1877 seinem politischen Wirken ein Ende setzte, seit 1876 auch wieder Abgeordneter (Fortschrittspartei) im lippischen Landtag, in dem er auch erneut zum Vizepräsidenten ernannt worden war.
Franz Hausmann hatte bereits zur Zeit der gescheiterten Revolution von 1848/49 eine namhafte Rolle bei den lippischen Demokraten gespielt. Er war von ihnen bereits im Herbst 1848 in ihre regionale Dachorganisation gewählt worden, und er soll von ihnen in dieser Zeit des schwindenden Vertrauens in die Tätigkeit der Frankfurter Nationalversammlung sogar einmal auf einem Kongress in Lemgo dazu erwählt worden sein, als Co-Deputierter (‚Condeputirter‘) nach Frankfurt zu gehen, wie ein Zeitzeuge schreibt.
Ein spektakuläres Ereignis in der Geschichte des deutschen Parlamentarismus war im Jahr 1851 beim Amtsantritt Leopolds III. die Verweigerung des Huldigungseids durch eine Gruppe lippischer Landtagsabgeordneter, darunter Hausmann, in Auflehnung gegen die auch in Lippe durchgeführte Restaurationspolitik.
Franz Hausmann setzte seinen in der Revolutionszeit begonnenen Kampf für bürgerlich-demokratische Rechte (womit es gerade im Einzelstaat Lippe oder auch etwa in Mecklenburg nicht zum Besten stand), für ein demokratisches Wahlrecht und die Beseitigung alter feudaler Privilegien bis in die letzten Jahre seines Lebens hinein fort. Weithin Aufsehen erregte die in den Jahren 1870/71 ihren Höhepunkt erreichende lippische Widerstandsbewegung gegen das Jagdprivileg des Landesherrn, bei der Hausmann eine maßgebliche Rolle spielte.

Stephen Peace

J. Stephen Peace, auch Steve Peace (* 30. März 1953 in San Diego, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Politiker, Schauspieler, Drehbuchautor und Filmproduzent.

Peace besuchte die Bonita Vista High School in Chula Vista, anschließend studierte er Politikwissenschaft an der University of California in San Diego. 1973 heiratete er seine Mitschülerin Cheryl. Nach dem Ende seines Studiums arbeitete er an dem B-Movie Angriff der Killertomaten. Er komponierte mehrere Titel für den Soundtrack, spielte eine der Hauptrollen und war einer der Produzenten und Drehbuchautoren. Die Parodie auf das Science-Fiction- und Horror-Genre erhielt zwar vernichtende Kritiken, entwickelte sich jedoch über die Jahre zu einem Kultfilm, dem mehrere Fortsetzungen sowie eine Fernsehserie folgten. Peace war in verschiedenen Funktionen an diesen Fortsetzungen beteiligt.
1982 wurde er als Vertreter der Demokratischen Partei in die California State Assembly gewählt, 1993 wechselte er in den Senat von Kalifornien. In dieser Zeit war er unter anderem an der Restrukturierung des staatlichen Elektrizitätssystems beteiligt, welche später von der Presse kritisch auch Steve Peace death march genannt und in Zusammenhang mit der Energiekrise in Kalifornien der Jahre 2000–2001 gebracht wurde. Aufgrund der Amtszeitsbeschränkung verließ er 2002 den Senat und wurde vom damaligen Gouverneur von Kalifornien Gray Davis zum Finanzvorstand Kaliforniens bestimmt. 2008 trat er der Anwaltskanzlei Brownstein Hyatt Farber Schreck bei.
Peace ist seit 1973 verheiratet und hat drei Kinder.

Fabella

Als Fabella (lat. Verkleinerungsform von lat. faba „Bohne“), auch Os sesamoideum musculi gastrocnemii oder Vesalisches Sesambein (nach Andreas Vesalius), bezeichnet man ein Sesambein (ein in eine Sehne eingelagertes Knöchelchen) in der Ursprungssehne des Musculus gastrocnemius. Es befindet sich an der Hinterseite des Kniegelenks, unmittelbar oberhalb des Kondylus des Femurs.
In der Betrachtung von seitlichen Röntgenaufnahmen des Kniegelenkes steht oft die Frage eines traumatisch abgesprengten Knochenfragmentes im Raum. Die Fabella weist jedoch, im Gegensatz zu einem Fragment, eine allseitige Kortikalis ohne Kontinuitätsunterbrechung auf und ist als Normvariante anzusehen.
Weiterhin differentialdiagnostisch miteinzubeziehen ist in diesem Zusammenhang der Stieda-Pellegrini-Köhler-Schatten, eine Verknöcherung im Sehnenansatz des Musculus adductor magnus, Musculus gracilis oder im inneren Knieseitenband, die erworben (Verkalkung) oder traumatisch bedingt sein kann. Diese tritt jedoch nur medial (innenseitlich) auf.
Physiologisch betrachtet ist die Fabella eine Art Umlenkrolle (med. Hypomochlion), die durch günstigere Winkel der Sehnen effektivere Muskelkräfte ermöglicht.
Die Fabella kommt bei 10 bis 20 % aller Menschen im Ursprung des seitlichen Kopfs des Musculus gastrocnemius vor, bei Frauen dabei etwas häufiger als bei Männern. Seltener finden sich 2 oder 3 solcher Knöchelchen (Fabella bi- bzw. tripartita). Bei Raubtieren (z. B. Hunde, Katzen) treten Fabellen stets beidseitig, also in den Sehnen beider Köpfe des Musculus gastrocnemius, auf.
Gehen bei einem Patienten Schmerzen von dem Bereich aus, in dem die Fabella liegt, dann wird in manchen Fällen (als Arbeitsdiagnose) der Jargonbegriff „Fabella-Syndrom“ verwendet. Ist die Fabella in besonderen Fällen tatsächlich Ausgangspunkt und Ursache der Beschwerden (Fabella dolorosa) könnte unter Umständen bei wegweisender Indikation eine chirurgische Entfernung durchgeführt werden.

Funkamateur

Als Funkamateur (kurz: „Ham“ von engl. ham radio operator für amateur radio operator) bezeichnet man eine Person, die sich mit dem Gebiet des Amateurfunks befasst. Zum Senden auf dafür freigegeben Frequenzen ist in den meisten Ländern eine Prüfungsbescheinigung, z. B. ein Amateurfunkzeugnis oder eine Lizenz erforderlich. Der Besitz der dazu benötigten Geräte kann je nach Land gesetzlich eingeschränkt sein.

Für Deutschland definiert das Amateurfunkgesetz von 1997:
Für Österreich definiert das Gesetz, dass der Funkamateur Inhaber einer Amateurfunklizenz ist, das Amateurfunkzeugnis reicht also nicht aus.
Wenn jemand ausschließlich Übertragungen empfängt, nennt man ihn Empfangsamateur (sogenannte SWLs – Short Wave Listeners).
Das Hobby eines Funkamateurs ist es, eine Amateurfunkstation zu errichten und zu betreiben. Der Betrieb von Funksendeanlagen ist genehmigungspflichtig. Jeder Funkamateur muss seine Sachkunde (auf den Gebieten Technik, Betriebstechnik und Vorschriften) in einer schriftlichen Prüfung nachweisen. Diese Prüfung wird meist bei der zuständigen Behörde abgenommen, selten auch direkt von Amateurfunkverbänden (z. B. in den USA). Nach erfolgreicher Prüfung erhält der angehende Funkamateur sein Amateurfunkzeugnis ausgestellt. Mit dem Amateurfunkzeugnis kann die Zulassung zum Amateurfunkdienst beantragt werden. Durch die Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst, mit der dem Funkamateur gleichzeitig sein weltweit eindeutiges Amateurfunkrufzeichen zugeteilt wird, erwirbt der Funkamateur insbesondere das Recht, abweichend vom üblicherweise festgelegten Konformitätsbewertungsverfahren, die Funkgeräte seiner Amateurfunkstelle selbst zu fertigen, sowie im Handel erhältliche Sendeanlagen, die auf Amateurfunkbänder umgebaut wurden, zu betreiben. Mit diesem Rufzeichen darf er die dem Amateurfunk zugeteilten Amateurbänder benutzen. Dazu stellt er sich mit einem oder mehreren (eventuell auch selbst gebauten) Funkgeräten seine eigene Amateurfunkstelle zusammen. Durch die bei der Prüfung bewiesene Sachkunde sind Funkamateure die Einzigen, die das Recht haben, ihre Sender selbst zu bauen. Als Sendebetreiber gelten auch für Funkamateure die gleichen Pflichten wie bei allen kommerziellen Frequenznutzern. So sind jährlich Beiträge für beispielsweise die Frequenzzuteilung oder für die Arbeit der Behörde auf dem Gebiet der elektromagnetischen Verträglichkeit zu zahlen und auch die generelle Pflicht des Nachweises der Unbedenklichkeit der elektromagnetischen Emissionen gilt für Funkamateure. In einigen Ländern gibt es für Funkamateure vereinfachte Verfahren für diesen Nachweis. So können Funkamateure als geprüfte Fachleute ihre Anlage oft selbst dokumentieren.
In Unternehmen der Nachrichtentechnik sind Bewerbungen von Funkamateuren gerne gesehen. Durch den direkten Bezug zur (Funk-)Praxis unterstellt man den Bewerbern bessere Kenntnisse – diese erhöhen die Chance auf ein Bewerbungsgespräch. Einige Firmen erwähnen das sogar in Stellenausschreibungen. Rund 30 % der Angestellten bei Nokia in Finnland sind Funkamateure. Darüber hinaus werden Funkamateure bei ihren Projekten von vielen Firmen unterstützt. Das fängt bei der Einrichtung von Amateurfunkstellen in Räumen der Firma an und geht bis zum Bau von Amateurfunksatelliten.
Mit ihrer Funkstation pflegen Funkamateure Kontakte zu anderen Funkamateuren in der ganzen Welt. Der Funkamateur darf nur mit anderen Amateurfunkstellen Funkverkehr abwickeln. Er darf Nachrichten, die nicht den Amateurfunkdienst betreffen, für und an Dritte nicht übermitteln (Ausnahme: Notfälle).
Funkamateure sind bei ausgefallenen Kommunikationsnetzen oft die einzige Verbindung zur Außenwelt, da sie mit einfachsten Mitteln interkontinentale Funkverbindungen aufbauen können. Diesen Funkverkehr nennt man Notfunk.
In den von Funkamateuren verwendeten Abkürzungen steht beispielsweise OM (von old man) für einen männlichen, sowie YL (von young lady) für einen weiblichen Funkamateur.
Roberto Landell de Moura, James Clerk Maxwell, Heinrich Hertz, Alexander Stepanowitsch Popow und Guglielmo Marconi zählen zu den ersten Funkamateuren. Zu ihrer Zeit existierte der Begriff „Funkamateur“ noch nicht. Sie waren die ersten, die sich aus persönlichen Neigungen und Interesse heraus mit Funktechnik beschäftigten.

Walter Machado da Silva


Waldo Machado da Silva, genannt Waldo (* 9. September 1934 in Niterói, Brasilien) ist ein ehemaliger brasilianischer Fußballspieler.

Waldo Machado ist bis heute der Rekord-Torschütze bei Fluminense Rio de Janeiro mit 314 Toren in 403 Spielen. In Diensten von Fluminense feierte er 1957 und 1960 den Gewinn des Torneio Rio-São Paulo und holte 1960 den Brasilien-Pokal. Er war nach seinem Wechsel in die spanische Primera División 1961 der erste Brasilianer, der das Trikot des FC Valencia trug. Mit ihm begann eine überaus erfolgreiche Zeit des Vereins. Jeweils 1962 und 1963 gewann der Verein den Messestädte-Pokal (Vorläufer zum UEFA-Pokal), Waldo wurde dabei Torschützenkönig. Ein möglicher Dreifach-Triumph scheiterte 1964 erst im Finale an Real Saragossa. In der Saison 1966/67 gewann Waldo mit 24 Treffern die Pichichi-Trophäe, die dem spanischen Torschützenkönig verliehen wird, und feierte im gleichen Jahr mit Valencia den Sieg bei der Copa del Rey.
Aufgrund seines Wechsels in den europäischen Fußball spielte Waldo nur fünf Mal für die Brasilianische Fußballnationalmannschaft, alle Spiele im Jahr 1960. In diesen fünf Spielen erzielte er zwei Tore.
1929: Bienzobas | 1930: Gorostiza | 1931: Bata | 1932: Gorostiza | 1933: Olivares | 1934: Lángara | 1935: Lángara | 1936: Lángara | 1937–1939 | 1940: Unamuno | 1941: Pruden | 1942: Mundo | 1943: Martín | 1944: Mundo | 1945: Zarra | 1946: Zarra | 1947: Zarra | 1948: Pahiño | 1949: César | 1950: Zarra | 1951: Zarra | 1952: Pahiño | 1953: Zarra | 1954: Di Stéfano | 1955: Arza | 1956: Di Stéfano | 1957: Di Stéfano | 1958: Badenes / Di Stéfano / Alós | 1959: Di Stéfano | 1960: Puskás | 1961: Puskás | 1962: Seminario | 1963: Puskás | 1964: Puskás | 1965: Ré | 1966: Vavá | 1967: Waldo | 1968: Uriarte | 1969: Amancio / Gárate | 1970: Amancio / Aragonés / Gárate | 1971: Gárate / Rexach | 1972: Porta | 1973: Marianín | 1974: Quini | 1975: Ruiz | 1976: Quini | 1977: Kempes | 1978: Kempes | 1979: Krankl | 1980: Quini | 1981: Quini | 1982: Quini | 1983: Rincón | 1984: da Silva / Juanito | 1985: Sánchez | 1986: Sánchez | 1987: Sánchez | 1988: Sánchez | 1989: Baltazar | 1990: Sánchez | 1991: Butragueño | 1992: Manolo | 1993: Bebeto | 1994: Romário | 1995: Zamorano | 1996: Pizzi | 1997: Ronaldo | 1998: Vieri | 1999: Raúl | 2000: Ballesta | 2001: Raúl | 2002: Tristán | 2003: Makaay | 2004: Ronaldo | 2005: Forlán | 2006: Eto’o | 2007: van Nistelrooy | 2008: Güiza | 2009: Forlán | 2010: Messi | 2011: C. Ronaldo | 2012: Messi | 2013: Messi | 2014: C. Ronaldo | 2015: C. Ronaldo