Im Winter dein Herz

Im Winter dein Herz ist der fünfte Roman des deutschen Schriftstellers Benjamin Lebert. Er erschienen 2012 im Verlag Hoffmann und Campe.

Zwei junge Männer und eine junge Frau, Robert, Kudowski und Annina, reisen durch eine verschneite Welt. Sie treffen unterwegs nur wenige Menschen, da es allgemein üblich geworden ist, Winterschlaf zu halten – eine neu erfundene Pille macht es möglich. Die jungen Leute verweigern aber den langen Schlaf: Die beiden Männer verlassen eine therapeutische Klinik, die junge Frau ihren Job in einer Tankstelle, um sich auf den Weg nach München zu machen, wo Robert seinen todkranken Vater besuchen möchte. Beide Männer sind in Annina verliebt, doch im Laufe der Geschichte entwickelt sich auch zwischen ihnen selbst eine Freundschaft, die den seelisch Gefährdeten neuen Halt und Glück schenkt.
In einem Interview im Magazin der Zeit gibt Benjamin Lebert preis, dass sich in der Handlung des Romans einiges Selbsterlebte widerspiegelt. Der Autor hatte zwei Jahre zuvor eine Essstörung entwickelt, in deren Folge er so stark abmagerte, dass ein längerer Klinikaufenthalt notwendig wurde. Auch der Romanheld Robert leidet an einer Essstörung. So wie Benjamin Lebert überwindet er die Krankheit.
Der Roman stieß auf tendenziell gemischte und negative Reaktionen. So schrieb etwa Maximilian Probst in der Zeit: „Lebert hat am Ende der Mut zur Fremde gefehlt. Das Winterschlaf-Land erwacht nicht zum Leben, es bleibt, stiefmütterlich behandelt, weiter nichts als Kulisse. Vor der spielt sich die Freundschaftsgeschichte mit ihrer altbekannten triadischen Struktur ab: zwei Männer, eine Frau. Och nö, nicht schon wieder!“ Deutlich besser schneidet der Roman in der NZZ ab. Die Rezensentin Alexandra von Arx kritisiert zwar, dass Leberts „starke Ausdruckskraft“ immer mal wieder in „Banalität“ abgleite, aber der Roman sei für den jungen Autor dennoch „ein deutliches Versprechen für die Zukunft.“

Pierre du Diable

Die Pierre du Diable (Teufelsstein) von Lécluse ist einer von mehreren Findlingen, Menhiren oder Steintischen dieses Namens (Allinges, Arq, Artas, Beuvry, Jambes, Haillot, Soubise – auch im Plural als „Les Pierres“) in Belgien, Frankreich und in der Schweiz.
Der 3,05 Meter hohe Pierre du Diable (auch La Borne-des-Pierres genannt) steht im Gemeindegebiet von Lécluse im Département Nord nahe den Orten Dury, Étaing und Récourt, die sich jedoch bereits im benachbarten Département Pas-de-Calais befinden.
Um 1900 war er noch fünf Meter hoch, aber durch einen Erdauftrag oder eine Sprengung, die wahrscheinlich während des Ersten Weltkrieges erfolgte, ist er heute kleiner.
Auf dem quaderförmigen etwa einen Meter breiten und 0,6 m dicken Stein sollen die Figur eines Teufels und seine Krallen zu erkennen sein. Einer mehrere Menhire am Pas-de-Calais und in der Bretagne betreffenden Legende nach wurde auch dieser Teufelsstein von Satan an seinen Platz geworfen.
50.2695953.025972Koordinaten: 50° 16′ 11″ N, 3° 1′ 33″ O

George Barnes (Kameramann)

George Barnes (* 16. Oktober 1892 in Kalifornien; † 30. Mai 1953 in Los Angeles) war ein amerikanischer Kameramann, der in der Stummfilmära bis in die 1950er Jahre arbeitete. Barnes, der während seiner Laufbahn für mehr als hundert Filme hinter der Kamera stand, wurde achtmal für einen Oscar nominiert. Er erhielt die Trophäe 1941 für seine Arbeit an Alfred Hitchcocks Rebecca.
Barnes war siebenmal verheiratet, unter anderem mit der Schauspielerin Joan Blondell.
Barnes Karriere begann während der Stummfilmzeit. Zunächst arbeitete er für Thomas Ince als Kameraassistent und Kameramann, wechselte später zu verschiedenen Produzenten, bis er Mitte der 1920er-Jahre zu Samuel Goldwyns Chefkameramann avancierte. Vor seinem Wechsel zu Goldwyn stand Barnes 1924 für Janice Meredith, einem Epos über den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, hinter der Kamera.
Barnes erste Arbeit für Goldwyn war 1925 Der schwarze Engel, ein Drama mit Ronald Colman und Vilma Bánky, einem der Traumpaare aus Hollywoods Stummfilmzeit. Im gleichen Jahr drehte Barnes Der Adler mit Rudolph Valentino und Vilma Banky in den Hauptrollen. Ein Jahr später entstand Valentinos letzter Film, Der Sohn des Scheichs, unter der Regie von George Fitzmaurice, für den Barnes die Kamera führte. Um Valentino, der hier in einer Doppelrolle Vater und Sohn spielte, gleichzeitig auf der Leinwand erscheinen zu lassen, setzte Barnes auf Doppelbelichtungen.
Im Jahr 1927 entstanden The Magic Flame und The Devil Dancer, zwei Filme, die nicht erhalten sind, für die Barnes zusammen mit dem 1928 entstandenen …aber das Fleisch ist schwach im Jahr 1929 für einen Oscar nominiert wurde. Der Oscar ging an Karl Struss und Charles Rosher für ihre Arbeit an Murnaus Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen. Ein Jahr später erhielt Barnes für Our Dancing Daughters eine weitere Oscarnominierung.
Ende der 1920er-Jahre wurde Gregg Toland, der zunächst als Kameraassistent mit Barnes gearbeitet hatte, zweiter Kameramann neben Barnes. Anfang der 1930er-Jahre waren Barnes und Toland an acht Produktionen gemeinsam beteiligt. Nachdem Toland Goldwyns bevorzugter Kameramann wurde, wechselte Barnes 1934 zunächst zu MGM und 20th Century Fox, bevor er für die Warner Bros. als Kameramann arbeitete. Hier drehte er zumeist Musicals, wie Busby Berkeleys Broadway Show und Die Goldgräber von 1935.
1938 verließ Barnes die Warner Bros. und drehte für Regisseur Henry King den Western Jesse James, Mann ohne Gesetz, mit Tyrone Power und Henry Fonda in den Hauptrollen. Der in Missouri gedrehte Film war Barnes erster Farbfilm. Für die Fortsetzung aus dem Jahr 1940, Rache für Jesse James, unter der Regie von Fritz Lang stand Barnes ebenfalls hinter der Kamera.
Im selben Jahr entstand Hitchcocks Rebecca, ein Schwarzweißfilm, für den Barnes einen Oscar für die Beste Kameraführung erhielt. Im Jahr 1945 war Barnes Kameramann für Hitchcocks Ich kämpfe um dich und für den Piratenfilm Die Seeteufel von Cartagena mit Maureen O’Hara und Paul Henreid in den Hauptrollen. Da zu dieser Zeit die Oscarkategorien für die Beste Kamera noch in Schwarzweiß- und Farbfilm geteilt waren, war Barnes gleichzeitig für beide Filme nominiert.
Barnes erhielt 1951 eine weitere Oscarnominierung für Samson und Delilah. Für seine Arbeit an diesem Film wurde er zudem für einen Golden Globe nominiert. Diese Auszeichnung erhielt Barnes 1952 für die Die größte Schau der Welt unter der Regie von Cecil B. DeMille.

Aljaksandr Baraukou

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Aljaksandr Sjarhejewitsch Baraukou (weißrussisch Аляксандр Сяргеевіч Бараўкоў, russisch Александр Сергеевич Боровков/Alexander Sergejewitsch Borowkow; * 28. Januar 1982 in Moskau, Russische SFSR) ist ein russisch-weißrussischer Eishockeyspieler, der seit August 2012 beim HK Junost Minsk in der Wysschaja Hockey-Liga unter Vertrag steht.

Aljaksandr Baraukou begann seine Karriere als Eishockeyspieler in seiner Heimatstadt in der Nachwuchsabteilung des HK ZSKA Moskau, für dessen Profimannschaft er von 2000 bis 2002 in der Wysschaja Liga, der zweiten russischen Spielklasse, aktiv war. Nach dem Aufstieg in die Superliga in der Saison 2001/02 verließ er den Verein und blieb beim Wysschaja Liga-Teilnehmer HK Lipezk, verließ diesen jedoch bereits Mitte der Saison 2002/03 wieder, um in den folgenden fünfeinhalb Jahren für HK Chimwolokno Mahiljou in der weißrussischen Extraliga zu spielen. In seinen ersten beiden Spielzeiten bei den Weißrussen lief er für diese parallel in der East European Hockey League auf. Die Saison 2007/08 beendete er bei dessen Extraliga-Rivalen HK Junost Minsk.
Zur Saison 2008/09 unterschrieb Baraukou einen Vertrag beim HK Sibir Nowosibirsk aus der neu gegründeten Kontinentalen Hockey-Liga. In der KHL-Premierenspielzeit erzielte er in 56 Spielen 17 Scorerpunkte, davon sieben Tore, für seine Mannschaft. Die folgende Spielzeit begann der Linksschütze erneut beim HK Junost Minsk in der weißrussischen Extraliga und beendete sie bei dessen Stadtnachbarn HK Dinamo Minsk, für den er bis Saisonende zu vier Einsätzen in der KHL kam. Anschließend kehrte er erneut zum HK Junost Minsk zurück, mit dem er auf europäischer Ebene 2011 den IIHF Continental Cup gewann. Auch auf nationaler Ebene war er mit Junost erfolgreich und gewann mit der Mannschaft den weißrussischen Meistertitel.
Zur Saison 2011/12 wechselte Baraukou zum HK Donbass Donezk aus der neuen zweiten russischen Spielklasse, der Wysschaja Hockey-Liga.
Für Weißrussland nahm Baraukou an der Weltmeisterschaft 2007 teil, bei der er mit seiner Mannschaft den elften Platz belegte. Im Turnierverlauf blieb er in sechs Spielen punktlos und erhielt zwei Strafminuten.
(Stand: Ende der Saison 2010/11)

Echinopsis baldiana

Echinopsis baldiana ist eine Pflanzenart aus der Gattung Echinopsis in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Das Artepitheton baldianua ehrt J. Baldi, einen Bekannten und Förderer von Carlos Luis Spegazzini.

Echinopsis baldiana wächst einzeln und sprosst nur selten. Die zylindrischen Triebe erreichen bei Durchmessern von 12 bis 15 Zentimetern Wuchshöhen von 20 bis 30 Zentimeter. Es sind 13 bis 14 Rippen vorhanden, die nicht gekerbt sind. Die darauf befindlichen großen Areolen sind grau. Aus ihnen entspringen dunkelbraune Dornen, die am unteren Ende rötlich werden. Die drei bis vier Mitteldornen sind bis zu 5 Zentimeter lang. Die neun bis elf Randdornen weisen eine Länge von bis zu 1,5 Zentimeter auf.
Die großen weißen Blüten duften. Die Früchte werden 4 zu 5 Zentimeter lang.
Echinopsis baldiana ist in der argentinischen Provinz Catamarca verbreitet. Das Typusexemplar wurde in der Nähe der Stadt Ancasti gesammelt.
Die Erstbeschreibung durch Carlos Luis Spegazzini wurde 1905 veröffentlicht. Echinopsis baldiana ist nur unzureichend bekannt und möglicherweise ein Synonym zu Echinopsis leucantha.

Justo Mullor García

Justo Mullor García (* 8. Mai 1932 in Los Villares, Provinz Jaén, Spanien) ist ein römisch-katholischer Titularerzbischof und emeritierter Präsident der Päpstlichen Diplomatenakademie.
Nach dem frühen Tod des Vaters zog Justo Mullor García mit seiner Mutter nach Almeria, wo er nach dem Abitur in das dort ansässige Priesterseminar des Bistums eintrat. Nach seiner Priesterweihe am 8. Dezember 1954 durch Antonio Kardinal Samorè war er zunächst einige Jahre in der Gemeindeseelsorge tätig, bevor ihn sein Bischof im Jahr 1957 nach Rom schickte, wo er als Alumne des Päpstlichen Spanischen Kollegs St. Joseph zu weiterführenden Studien die Päpstliche Universität Gregoriana besuchte. Gleichzeitig nahm er seine diplomatische Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie auf.
Während des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) und in den Jahren danach im Päpstlichen Staatssekretariat tätig, war er von 1967 bis 1970 Nuntiatursekretär in Brüssel, anschließend von 1970 bis 1975 in Lissabon. Im Jahr 1975 wurde er zum Ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls beim Europarat in Straßburg ernannt.
Papst Johannes Paul II. ernannte Justo Mullor García am 21. März 1979 zum Titularerzbischof von Emerita Augusta. Einen Tag später, am 22. März 1979, erfolgte seine Ernennung zum Apostolischen Nuntius an der Elfenbeinküste. Gleichzeitig war er außerdem tätig als Pro-Nuntius in Obervolta, ernannt am 2. Mai 1979, und Pro-Nuntius im Niger, ernannt am 25. August 1979. Die Bischofsweihe spendete ihm Papst Johannes Paul II. am 27. Mai 1979 in Rom; Mitkonsekratoren waren der damalige Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kurienerzbischof Duraisamy Simon Lourdusamy, und der damalige Offizial im Vatikanischen Staatssekretariat, Kurienerzbischof Eduardo Martínez Somalo.
Nachdem er fast sechs Jahre in Afrika verbracht hatte, ernannte ihn der Papst am 3. Mai 1985 zum Ständigen Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf. Seinen Dienst dort versah er nicht nur als Repräsentant des Papstes, sondern, wie er mehrfach erklärte, vor allem auch als Anwalt der armen Nationen, welche sich keinen ständigen Vertreter in Genf leisten konnten. Unvergessen ist auch sein Einsatz für die Baltischen Staaten im Jahr 1991, als er nach dem Blutsonntag von Vilnius (13. Januar 1991) in einer Rede vor der Vollversammlung öffentlich die Unabhängigkeit von Estland, Lettland und Litauen forderte, die seit 1940 von der Sowjetunion annektiert waren. Der Heilige Stuhl, dem es in dieser Zeit nicht möglich war, die Bischofssitze dort zu besetzen, hatte immer von einer sedisvacantia rerum politicarum causa, also einer „Sedisvakanz aus politischen Gründen“ gesprochen. Damit wird auch deutlich, dass die katholische Kirche die Annexion der Baltischen Staaten durch die Sowjetunion niemals anerkannt hat.
Am 30. November 1991 wurde Justo Mullor García zum Apostolischen Nuntius in Estland, Lettland und Litauen ernannt, wobei er der erste Botschafter war, der sein Beglaubigungsschreiben dem Staatspräsidenten der jetzt wieder unabhängigen Republik Litauen überreichte. Zusätzlich zu seinen Aufgaben als Nuntius wurde er am 15. April 1992 auch Apostolischer Administrator für Estland in Tallinn / Reval. Seit der Verhaftung (27. Juni 1941) und des Todes (22. Februar 1942) von Erzbischof Eduard Profittlich SJ war mit Justo Mullor García wieder die Jurisdiktion über die Apostolische Administratur hergestellt. Mit großem Engagement begleitete er den Wiederaufbau der Katholischen Kirche im Baltikum, welche mehr als vierzig Jahre unter der Sowjetherrschaft gelitten hatte. Einer der Höhepunkte seiner Tätigkeit in den Baltischen Staaten war dabei der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Litauen, Lettland und Estland vom 4. bis zum 10. September 1993.
Am 2. April 1997 wurde Justo Mullor García, seit dem 28. Juni 1994 transferiert auf das Titularerzbistum Volsinium, zum Apostolischen Nuntius in Mexiko ernannt. Diese Ernennung erfolgte zu einer politisch und diplomatisch schwierigen Zeit auf dem Höhepunkt des Konflikts in Chiapas, einem der ärmsten Bundesstaaten Mexikos, wo die Zapatisten, die sich in der EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) zusammengeschlossen hatten, für die Rechte und die Entwicklung der indigenen Bevölkerung und gegen die Folgen der Globalisierung kämpften. Neben seinem Engagement für die Armen und Schwachen in Mexiko, bemühte sich Justo Mullor García in den drei Jahren seiner Tätigkeit vor allem auch um die Normalisierung der Beziehungen zwischen Mexiko und dem Heiligen Stuhl, ohne dabei jedoch die schwierige Situation der Menschen in diesem Land aus dem Auge zu verlieren.
Nach knapp drei Jahren in Mexiko, am 11. Februar 2000, wurde Justo Mullor García zum Präsidenten der Päpstlichen Diplomatenakademie ernannt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seiner Emeritierung, die am 13. Oktober 2007 erfolgte.

Corpus Catholicorum

Das Corpus Catholicorum ist die Bezeichnung der Vereinigung der katholischen Reichsstände am Reichstag des Heiligen Römischen Reiches. Das Direktorium hatte Kurmainz inne. Im Gegensatz zum Corpus Evangelicorum, der evangelischen Vereinigung der Reichsstände, war das katholische eher locker gefügt und trat nur sporadisch zusammen. Ein Grund hierfür war, dass die katholischen Reichsstände die beiden Gremien eigentlich nicht für rechtsgültig hielten, ein anderer, dass die katholische Seite durch den Kaiser und den Erzbischof von Mainz in dessen Funktion als Reichserzkanzler ohnehin ein strukturelles Übergewicht besaß, welches durch den Vorsitz im Reichsfürstenrat – abwechselnd durch das Erzherzogtum Österreich und das Fürsterzbistum Salzburg – noch verstärkt wurde.
In der Gründung der beiden konfessionellen Interessenvertretungen und deren Hineinwachsen in das Verfassungsgefüge des Reiches lag eine der wesentlichen verfassungsrechtlichen Errungenschaften des Westfälischen Friedens. Zuvor hatte auch in der Auslegung von Zweifelsfragen bspw. des Augsburger Religionsfriedens von 1555, die eine konfessionelle oder religiöse Natur hatten, prinzipiell das Mehrheitsprinzip gegolten.
In den letzten Jahrzehnten des 16. sowie zu Beginn des 17. Jahrhunderts war es nicht mehr gelungen, die wesentlichen theologischen Streitfragen innerhalb des Verfassungsrahmens des Reiches zu lösen. Die Folge war die Lähmung der verschiedenen Reichsorgane und schließlich die Bildung einerseits der Protestantischen Union im Jahre 1608 und andererseits der Katholischen Liga 1609 mit dem Ziel, den Religionsfrieden gegen Übergriffe der jeweils anderen Seite zu schützen.
Gelang es vor und während des Dreißigjährigen Krieges nicht, diese extrakonstitutionellen Zusammenschlüsse in das Verfassungsgefüge zu integrieren, können Corpus Evangelicorum und Corpus Catholicorum letztlich als ideelle Nachfolger dieser Verteidigungsbündnisse betrachtet werden. Indem die Stände beider Konfessionen mittelbar in das Verfassungsgefüge integriert wurden, gelang es, eine jedenfalls in konfessioneller Hinsicht dauerhaft tragfähige konstitutionelle Friedensordnung zu etablieren.

Viking Ocean Cruises

Viking Ocean Cruises ist eine Reederei und Hochseesparte der Reederei Viking River Cruises.

Am 21. Dezember 2011 unterschrieben Viking Ocean Cruises und STX France einen Vorvertrag über den Bau zweier Kreuzfahrtschiffe. Aufgrund von Finanzierungsproblemen seitens der Werft wurde der Vorvertrag allerdings gekündigt. Am 18. April 2012 unterschrieben Viking Ocean Cruises und Fincantieri einen Vorvertrag über den Bau zweier Schiffe. Am 12. Juli 2012 wurde der Vorvertrag schließlich in eine Festbestellung umgewandelt, die Ablieferung ist für 2015 und 2016 vorgesehen. Am 4. Dezember 2012 bestellte die Reederei zwei weitere Schiffe mit Ablieferung 2016 und 2017, zwei weitere Schiffe wurden zudem optioniert. Am 28. März 2015 übernahm Viking Ocean Cruises mit der Viking Star das erste Schiff. Die Schiffe werden ausschließlich Balkonkabinen bekommen. Die Fertigstellung der Viking Sky wurde aufgrund von Bauverzögerungen auf 2017 statt Juni 2016 verschoben. Die Verspätung um 8 Monate ist auf Verzögerungen beim Bau der Koningsdam von Holland-America Line zurückzuführen.
Im November 2015 wurden zwei weitere Schiffe mit Ablieferung Mitte 2018 und Ende 2020 bestellt.

Stinnes-Legien-Abkommen

Das Stinnes-Legien-Abkommen (amtlich: Satzung für die Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands.) vom 15. November 1918 war eine Kollektivvereinbarung (Vertrag) zwischen 21 gewerblichen und industriellen Arbeitgeberverbänden und sieben Gewerkschaften (Freie, christliche und polnische Gewerkschaften). Seinen Namen verdankt es den beiden federführenden Unterzeichnern: dem Ruhrindustriellen Hugo Stinnes und dem Vorsitzenden der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands Carl Legien, unterschrieben haben es aber auch auf Arbeitgeberseite z. B.: Alfred Hugenberg (Zeitungskonzern), Friedrich Springorum (Hoesch), Hans von Raumer (Zentralverband der Deutschen Elektrotechnischen Industrie), Carl Friedrich von Siemens, Walther Rathenau (AEG) und Ernst Borsig und auf Arbeitnehmerseite z. B.: Adam Stegerwald (Christliche Gewerkschaften), Gustav Hartmann (Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine) und Anton Höfle (Deutscher Technikerverband).
Die Arbeitgeberverbände erkannten die Gewerkschaften als Vertreter der Arbeiterschaft an (Nr. 1 der Vereinbarung) und vereinbarten die Arbeitsbedingungen durch Kollektivvereinbarungen (Nr. 6 der Vereinbarung; später Tarifverträge) zu regeln. Zugleich wurde damit von Arbeitgeberseite die Einrichtung von Arbeiterausschüssen in den Betrieben (Nr. 7 der Vereinbarung; später Betriebsräten) und die Einführung des Achtstundentags (Nr. 9 der Vereinbarung) vereinbart. Ein Zentralausschuss für die Durchführung der Vereinbarung wurde errichtet (Nr. 10 und 11 der Vereinbarung), dessen Entscheidungen verbindliche Geltung haben sollten (Nr. 12 der Vereinbarung). Für die Gewerkschaften bedeutete die Vereinbarung einen sozialpolitischen Durchbruch, denn mit ihm vollzog die Groß- und Schwerindustrie eine radikale Abkehr von ihrer bisherigen antigewerkschaftlichen Politik. Hatte der Staat die Gewerkschaften mit dem Hilfsdienstgesetz vom 5. Dezember 1916 als legitime Interessenvertreter der Arbeiter anerkannt, wurden sie nun von den Arbeitgebern als Tarifpartner akzeptiert.
Gleichzeitig vereinbarten die Partner der Vereinbarung eine Satzung für die Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands. Dort wurden die Organe der Arbeitsgemeinschaft (Zentralvorstand und Zentralausschuss) festgelegt und die Gliederung in Fachgruppen (für jeden Industrie- oder Gewerbezweig mit mehr als 100.000 Beschäftigte) und deren Organe bestimmt (§ 2 der Satzung).
Was für die Gewerkschaften als ein Vertragswerk von grundsätzlicher Bedeutung für den Wandel im Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit galt, war für die Unternehmer ein Not- und Zweckbündnis. Aus Furcht vor einer Sozialisierung ihrer Fabriken in der Novemberrevolution hatten sie, wenige Tage nach Ausbruch der Revolution (9. November), das Abkommen unterzeichnet. „Die Großindustriellen waren in schwerster Sorge vor einer kommenden Sozialisierung […] Sie waren zu allem bereit, wenn sie nur ihr Eigentum behielten.“
Gleichwohl diente das Abkommen als Vorlage für die gesetzliche Regelung der Tarifvertragsbeziehungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden – zunächst in der Weimarer Republik (Verordnung über Tarifverträge, Arbeiter- und Angestellten-Ausschüsse und Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten) vom 23. Dezember 1918 und später im Vereinigten Wirtschaftsgebiet und in der Bundesrepublik Deutschland (Tarifvertragsgesetz vom 9. April 1949). Es kann daher als frühes Gründungsdokument der Sozialpartnerschaft begriffen werden, die sich erst in der Sozialordnung der Bundesrepublik Deutschland voll entfaltete.

Wehrda (Marburg)

50.8361111111118.7602777777778185Koordinaten: 50° 50′ 10″ N, 8° 45′ 37″ O
Lage von Wehrda in Marburg
Wehrda aus Richtung Osten
Wehrda ist ein Stadtteil von Marburg an der Lahn, der Kreisstadt des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Hessen, Deutschland. Wehrda hat rund 6600 Einwohner.

Der Stadtteil Wehrda liegt unmittelbar nördlich der Kernstadt Marburg zwischen dem westlichen rechten Ufer der Lahn und dem Waldrand unterhalb des Mosenberges (356 m) und des Gebrannten Berges (340 m), die sich in den Marburger Rücken einreihen. Am östlichen linken Lahnufer gehört unterhalb einer Lahnschleife am Mittelhäuser Berg ein ausgedehntes Gewerbegebiet mit dem Messeplatz im Süden ebenfalls zu dem Stadtteil. Die Gemarkung Wehrda reicht von der Kammlinie des Marburger Rückens im Westen bis an den Fuß der Lahnberge im Osten und umfasst 812 Hektar, davon sind 318 Hektar bewaldet.
Erstmals wurde der Stadtteil Wehrda 1238 als Werthe erwähnt. Der Name des Ortes leitet sich von dem Begriff Werder ab, der eine leicht erhöhte Lage am Ufer bezeichnet. Nach dem ältesten erhaltenen Salbuch (Erbregister) des Amtes Marburg von 1374 war Wehrda neben Cappel, Marbach und Ockershausen ein Hausdorf der Landgrafen von Hessen. Dies bedeutete, dass die Bewohner dieser dem Marburger Schloss am nächsten gelegenen Dörfer zu zusätzlichen Hand- und Spanndiensten für die Landgrafen verpflichtet waren. Die evangelische Martinskirche wurde 1769–74 in ihrer heutigen Form erbaut. Ihr Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Norden von Wehrda befinden sich an einem Bergsporn oberhalb der Lahn Reste der Burgruine Weißenstein, die um 1020 errichtet und noch vor 1200 wieder aufgegeben wurde. Im 16. Jahrhundert erfolgte die Einführung der Reformation, die Einwohnerschaft wurde evangelisch-lutherisch.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Juli 1974 durch Landesgesetz insgesamt 13 Gemeinden in die Stadt Marburg eingegliedert, darunter die Gemeinde Wehrda mit damals knapp 4000 Einwohnern. In den 1970er und -80er Jahren wurden im Norden des Stadtteils große Neubaugebiete errichtet. Auf dem Ostufer der Lahn entstand nördlich der Bundesstraße 3 ein Einkaufszentrum.
Am 26. August 1965 wurde der Gemeinde Wehrda im damaligen Landkreis Marburg ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In einem von Gold und Blau geteilten Schild ein gegengezinnter Balken in verwechselten Farben.
Das Wappen basiert auf dem Wappen der Familie von Wehrda genannt Nodung, die im silbernen (weißen) Schild einen schwarzen Wellenbalken führten. Die Farben sollen auf den hellen Sandstein am Weißenstein und das Wasser der Lahn verweisen.
Wehrda ist über die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 3 mit der Ausfahrt „Wehrda/Cölbe“ an das Fernstraßennetz angeschlossen. Außerdem führen die Landesstraßen 3381 und 3089 durch das Ortsgebiet. Die Kreisstraße K 82 schneidet als Cölber Straße die Lahnschleife ab und verbindet über eine Lahnbrücke den Stadtteil mit dem Gewerbegebiet und der Bundesstraße und über eine weitere Lahnbrücke mit dem nahegelegenen Nachbarort Cölbe.
Die Main-Weser-Bahn verläuft durch das Einkaufszentrum, ein Haltepunkt ist geplant.
Den Öffentlichen Nahverkehr übernehmen die Linien 1 und 4, die am Sachsenring enden und zusammen einen 15-Minuten-Takt bilden. Die Linie 3 fährt am Wochenende alle 30 Minuten ins Einkaufszentrum. Die Linie 19 Ring Nord fährt ein Mal täglich und die Linie 19 Ring Süd zwei Mal täglich zum Universitätsklinikum auf den Lahnbergen. Außerdem halten in Wehrda die Überlandlinien 76 und 481.
Wehrda war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein protestantisch geprägter Ort. Auch heute noch gehört die Mehrheit der Einwohner zu den beiden evangelischen Kirchengemeinden. Durch den Zuzug von Vertriebenen nach Kriegsende und die weitere starke Bevölkerungszunahme stieg der Anteil der Katholiken im Ort an. Im nordwestlichen Ortsgebiet leben auch eingewanderte Muslime.
Insgesamt gibt es in Wehrda eine katholische und drei evangelische Kirchen. Die älteste ist die Martinskirche. Der Glockenturm diente ursprünglich als Schutz- und Wehrturm, der durch die heute noch vorhandene Schutzmauer abgesichert war. Die einstige Bestimmung lässt sich heute noch an den zahlreichen Schießscharten erkennen. Im 17. Jahrhundert wurde der Gottesdienstraum angebaut. In den 2000er Jahren wurde die Kirche innen und außen komplett saniert und am Glockenturm zwei Uhren angebracht, die zu jeder Stunde schlagen.
Weitere evangelische Gotteshäuser sind die neue Trinitatiskirche im nördlichen Neubaugebiet sowie die Evangeliumshalle des Diakonissen-Mutterhauses Hebron am Diakoniekrankenhaus. Sie wurden wie die katholische Kirche am Friedhof erst nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet. Weitere kirchliche Einrichtungen sind die evangelischen Gemeindezentren am Huteweg und in der Wehrdaer Straße.
In Wehrda gibt es zwei Friedhöfe. Der Hauptfriedhof unterteilt sich in oberen, mittleren und unteren Friedhof, wobei letzterer der alte Diakonissenfriedhof ist. Der obere ist der größte. Dort steht auch die Kapelle.
Ein weiterer Friedhof liegt westlich des Diakoniekrankenhauses. Dort werden ausschließlich Diakonissen aus dem angrenzenden Mutterhaus beerdigt.
Wehrda besteht aus drei Ortsteilen: Dem Ortskern, dem Einkaufszentrum und einem Gewerbegebiet. Im Ortskern besteht ein Diakonie-Krankenhaus. Im Einkaufszentrum gibt es ca. 70 Geschäfte auf einer Fläche von 1 km². Außerdem gibt es dort eine Tennishalle mit Plätzen und einen Reitverein. Südlich davon gibt es ein Gewerbegebiet, das südlich des Messeplatzes in das Marburger Gewerbegebiet Nord übergeht.
Lahn-Wehr bei Wehrda 2013
Windpark auf dem südöstlichen Ortsgebiet
Blick vom Windpark auf die in den 1970er Jahren errichteten zwölfstöckigen Hochhäuser
Ein Feld im nördlichen Ortsgebiet
Bauerbach | Bortshausen | Cappel | Cyriaxweimar | Dagobertshausen | Dilschhausen | Elnhausen | Ginseldorf | Gisselberg | Haddamshausen | Hermershausen | Marbach | Michelbach | Moischt | Ockershausen | Richtsberg | Ronhausen | Schröck | Wehrda | Wehrshausen